Seekuh-Fossilien an Col des Lèques

Kurze Wanderung zu Fossilien vor Ort

Typ
Spaziergang
Schwierigkeit
einfach
Dauer
1 h 15 min
öffentliche Verkehrsmittel
nein
Rundtour
nein
Schutzhütte
nein
Ausrüstung
Spaziergang

Einführung

Hier können wir 35 Millionen Jahre alte Fossilien sehen, die nicht in Museen überführt wurden. Es wurden die versteinerten Knochen der Vorfahren der heutigen Seekühe vor Ort gelassen. Sie liegen hier auf 1200 Metern Seehöhe weil die Alpenhebung bis heute anhält.

Die Fakten

4,1 km Gesamtstrecke

1 h 15 min Gehzeit

140 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung einfach

Markierung 100% der Strecke

70% leichte Wege

20% Forststrassen

15% Feldwege

Gefahren Eis im Winter

Kinder ja

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Trekkingschuhe, Wanderausrüstung und Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.865694,6.464246

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Öffentliche Verkehrsmittel

Die Expressbuslinie 51 von Zou! (nur französisch) verkehrt zweimal täglich zwischen Nizza und Grenoble und somit auch zwischen Castellane und Senez. Zwischen diesen beiden liegt der Pass Col des Lèques, aber es gibt keine Haltestelle. Du kannst den Fahrer bitten, dort abgesetzt zu werden, aber das befreit dich nicht davon die Rückfahrt zu planen, da ein hier vorbeifahrender Bus nicht angehalten werden kann. Abgesehen von dieser Möglichkeit gibt es nur Taxis von Castellane (15 Minuten und 10 Kilometer).

Zufahrt mit dem Auto

Wir befinden uns auf einem der wichtigen Pässe der Route Napoléon, genauer gesagt zwischen Castellane und Digne-les-Bains. Die Strasse heisst D4085 bis Barrême und danach N85 bis Digne.

Sinnvolle Parkplätze

Direkt an der Passhöhe befindet sich ein kostenloser Parkplatz mit ca. 25 Stellplätzen, ein Dutzend weitere Stellplätze befinden sich entlang der Strasse. Er liegt direkt neben einem Campingplatz.

Tipps

Es ist eine kurze Wanderung, die man auch auf der Durchfahrt machen kann.

Rundwege sind möglich, allerdings sind sie alle zwangsläufig deutlich länger als dieser Weg hin und zurück.

Die ganze Region ist eine Zone mit hohem Waldbrandrisiko. Im Sommer aber auch in anderen Saisonen zu Zeiten mit grosser Trockenheit oder starkem Wind, kann der Zugang zu den Waldgebieten reglementiert sein. Folglich können die Strassen für den Verkehr gesperrt sein und/oder die Wege für Wanderer verboten. Aktuelle Auskunft: Karte zum Zugang zu den Wäldern Alpes de Haute Provence (nur französisch). Die Karte zeigt die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot, die den Gefahrenstufen entsprechen.

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Geschützte Fossilienwand

Die Abschnitte

  1. Anstieg vom Sattel hin zu dem Fossilien am Fusse des Bergs La Grau.
  2. Abstieg am selben Weg.

Abschnitt 1: Col des Lèques - Siréniens

2 km ... 40 min 95 m 45 m einfach

15% Feldwege, wenig Markierung

20% leichte Wege, wenig Markierung

20% Forststrassen, mit Markierung

50% leichte Wege, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Sattel Col des Lèques, 1150 m
  • Almwiese Prés des Lèques, 1140 m
  • Standort der Fossilien, 1200 m

Ein Anstieg über Almwiesen und anschliessenden Durchqueren einiger Gräben.

Am Ausgangspunkt gibt es Erklärungstafeln für Wanderungen ab hier, darunter auch diese. Wir starten auf dem Feldweg in nordöstlicher Richtung, wir werden auf beiden Seiten von Zäunen begleitet.

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Feldweg nördlich des Pass Col des Lèques

Normalerweise bleiben wir auf diesem von Traktorrädern gezogenen Weg, um in eine Senke über den Häusern von Haute Sionne hinabzusteigen. Ausserhalb der Saison und wenn der linke Zaun eingerollt ist, kann man jedoch auf einem Weg auf der linken Wiese gehen. Dadurch wird ein Höhenverlust vermieden. Wir folgen dem Wald auf der linken Seite, dann gehen wir geradeaus weiter, um auf den markierten Weg zurück zu gelangen.

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Verzweigung nördlich des Pass Col des Lèques

Im Rückblick sieht man den Berg Cadières de Brandis. Dies ist die andere machbare Tour vom Pass aus.

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Wiesen beim Sattel Col des Lèques und Berg Cadières de Brandis

Blick nach Süden während wir nach Nordwesten gehen.

Wir steigen jedoch weiter die lange Wiese hinauf. Entweder auf der Spur der Traktoren, oder auf dem Weg in der Mulde.

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Feldwege auf der Wiese Pré des Lèques

Oben auf der Wiese angekommen, überqueren wir verschiedene Wirtschaftswege. Wir ändern die Richtung nicht und betreten den Wald. Hier kommen wir zu einem Wegweiser. Wir gehen geradeaus weiter.

Auf der rechten Seite erreicht man in einer Stunde den felsigen Rücken namens Sommet de Fumée (Rauchgipfel). Ein merkwürdiger Name für einen Berg in einer Gegend, die von Waldbränden bedroht ist.

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Wegkreuzung La Fondue

Wir kommen an einer einsamen Ruine vorbei.

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Ruine unter La Fondue

Manchmal sieht man geradeaus auf den Berg La Grau. In dem Graben am Fusse des Bergs befinden sich die Fossilien.

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Berg La Grau

Wir betreten einen bewaldeten Kessel, der von mehreren Gräben durchzogen ist, die wir überqueren müssen. Der Forstweg wird immer schmäler, weiter vorne geht er in einen einfachen Pfad über.

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Weg zu den Fossilien

An jeder Schlucht steigt der Weg ab und dann wieder an. Die beiden grösseren Gräben sind unten mit Stufen und einem Steg versehen.

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Steg am Graben Ravin de Reissacier

Nachdem wir den letzten Graben verlassen haben, erreichen wir eine Fläche ohne Vegetation.

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Der Weg nach den zwei Gräben

Wir kommen auf einem breiten Rücken, wo wir nach links abbiegen. Die Fossilien wären geradeaus, aber der Hang ist zu steil. Er wird nach links umgangen.

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Links auf diesem letzten Kamm

Wir überqueren den breiten Rücken auf halber Höhe und gehen in den letzten Graben am Fusse des Bergs La Grau, Ravin de Tabori genannt. Beim Abstieg sehen wir bereits auf die durch Glas geschützten Fossilien.

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Rechts den Kamm queren

Im Tal angekommen, überqueren wir es und biegen links ab. Der Bach im Ravin de Tabori hat an dieser Stelle zwei sehr unterschiedliche, nebeneinander liegende Kalksteinschichten freigelegt.

In diesem Graben fliesst manchmal Wasser. Am rechten Ufer sehen wir grauen Kalkstein, massiv, datiert auf etwa 145 Millionen Jahre (Jura). Am linken Ufer befindet sich Mergel und Kalksandstein, gelblich, datiert auf 35 Millionen Jahre. Zwischen den Ablagerungen dieser beiden Formationen sind 110 Millionen Jahre vergangen, die durch kein Gestein repräsentiert werden. Diese Lücke ist auf eine Erosionsphase zurückzuführen, die auf die ersten regionalen Faltungen folgt: die Jurakalke werden freigelegt und Täler werden gegraben. Vor etwa 35 Millionen Jahren kehrte das Meer zurück und überschwemmte diese Täler. Hier gibt es dann eine Bucht. In dessen Boden haben sich Schlamm und Sand abgelagert, welche die zukünftigen gelblichen Felsen ausbilden, wo auch die fossilisierten Knochen eingeschlossen sind, die weiter unten auf der anderen Seite des Tals zu sehen sind.

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Fossiles Ufer zwischen Eozän und Oberem Jura

Vor uns sehen wir die geschützte Felswand mit den Fossilien. Es empfiehlt sich, zuerst links zu den erklärenden Tafeln hinunterzugehen und dann entlang der Scheiben hoch zu gehen.

Sirenia sind Meeressäugetiere, die auch als Seekühe bekannt sind, sie sind Pflanzenfresser. Sie leben in Küstennähe in warmen Regionen und ernähren sich von Algen und anderen Wasserpflanzen. Die hier vorhandenen Knochen gehören zur Art Halitherium toulonense, einem sehr alten Verwandten der heutigen Dugongs und Seekühen. Es gibt nur wenige so alte Sirenia-Lagerstätten auf der Welt und diese ist einzigartig in Bezug auf die Fülle und Qualität der Fossilien.

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Rippen von Seekühen aus dem Eozän

Wie bei den meisten Sirenia-Lagerstätten sind die Rippen und Wirbel am häufigsten. Das Vorhandensein anderer Teile der Skelette macht die Stätte interessant. Unter den besonderen Körperteilen: vier Schädel, ein Unterkiefer, ein Vorderbein mit den Knochen von Arm, Unterarm und Hand. Um solche Überreste zu erhalten, mussten die Kadaver sehr schnell im Sediment begraben werden. Das plötzliche Auftreten von Sand und Schlamm der Bucht kann die Folge von Stürmen sein.

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Nachbildung des Tals mit Seekühen aus dem Eozän von B. Nicolas

Die Anzahl der Fossilien ist während des Eozäns (56 bis 34 Millionen Jahre) diversifiziert. Diese Tiere lebten dort, wo Meerespflanzen im Überfluss vorhanden sind, also in Küstennähe, entlang von Flüssen und Flussmündungen. Gegen Ende des Eozäns tauchten mehr Dugong-ähnliche Arten auf, deren Vorderbeine zu Flossen geworden waren und der Schwanz sich in eine horizontale Schwanzflosse verwandelte. Wie bei den Walen erfolgten die Fortbewegungen durch Bewegungen von oben nach unten.

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Brustkorb einer Seekuh aus dem Eozän

Es braucht lange, die verschiedenen Teile von Tieren zu erkennen. Sie sind nicht so gut erhalten wie der Ichthyosaurier von La Robine nördlich von Digne-les-Bains.

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Rippen einer Seekuh aus dem Eozän

Wir gehen unseren Aufstiegsweg zum Ausgangspunkt zurück.

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Rippen und Kiefer von Seekühen aus dem Eozän

Abschnitt 2: Siréniens - Col des Lèques

2 km ... 35 min 45 m 95 m einfach

50% leichte Wege, mit Markierung

20% Forststrassen, mit Markierung

20% leichte Wege, wenig Markierung

15% Feldwege, wenig Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Standort der Fossilien, 1200 m
  • Almwiesen Prés des Lèques, 1140 m
  • Sattel Col des Lèques, 1150 m

Rückweg auf gleichem Weg.

Wir steigen also den Graben hinauf, passieren die Rücken und den Wald mit den beiden Stegen. Wir kommen wieder in die volle Sonne auf den Wiesen, die uns zurück zum Parkplatz.

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Pré des Lèques im Abstieg

Quelle und weiterführende Info

Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: Diese Tour befindet sich auf der Karte IGN "Castellane, Lac de Castillon", Massstab 1:25000, 3542OT.

Wenn du dich nicht mit einer Papierkarte herumschlagen willst, kannst du auch auf Karten-Apps am Handy zurückgreifen. Einerseits handelt es sich um die App Géoportail des amtlichen Kartendiensts IGN. Allerdings benötigt es Zugang zum Datennetz und das ist in Schluchten oder abgelegenen Orten manchmal schwierig.

Alternativ kann man Apps nutzen, die Daten direkt auf dem Gerät speichern. Sie sind im Allgemeinen nicht kostenlos, kosten aber nicht viel. Wir verwenden hauptsächlich OSMAnd, Hier ist es möglich, Konturlinien, Reliefschattierungen, Markierungen und andere hinzuzufügen. Um diese Daten auf dem Handy zu speichern, benötigt man viel Platz.

Natürlich braucht es auch Zugang zu Satelliten für das GPS-Signal mit jeder App. In einigen Schluchten ist dies nicht der Fall. Verlasse dich daher nicht auf die angezeigte Position, sondern lies die Karte auf dem Handy so, wie du sie auf Papier lesen würdest. Die meisten Apps sind für Android und iPhone verfügbar. Die Anwendungen ermöglichen es in der Regel, die zurückgelegte Strecke aufzuzeichnen und auch die angebotenen GPS-Dateien zu jeder unserer Wanderungen einzublenden.

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Hinweis

Die Informationen zu diese Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2022 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor der Webseite, Danke!