Direktweg zum grossen Kreuz auf der Montagne Sainte Victoire

Ohne Klettern über den Pas du Moine und über den Kamm Costes Chaudes hinunter

Typ
Wanderung
Schwierigkeit
mittel
Dauer
4 h min
öffentliche Verkehrsmittel
ja
Rundtour
ja
Schutzhütte
Unterstand
Ausrüstung
Bergausrüstung

Einführung

Das Massif der Montagne Sainte Victoire, eigentlich nur ein Bergrücken, ist eines der bekanntesten Gebirgslandschaften der Provence. Die steile Südwand ist sehr eindrucksvoll, der Berg ist in Sichweite von Aix-en-Provence und letztendlich hat unter anderem Paul Cézanne den Berg mehrmals in seinen Bildern verewigt. Zusätzlich ist es auch ein begehrter Naturraum für Wanderer, Kletterer und Erholungssuchende jeder Art. Das Besteigen des Berges gehört quasi zur Pflicht, aber das Gelände ist nicht zu unterschätzen. Unabhängig vom Zustieg müssen rund 700 Höhenmeter bezwungen werden. Der Kalkriegel steht wie eine Messerklinge in der sonst recht flachen Landschaft. Am Kamm ist es fast immer windig und bei Mistral stürmisch. Das bringt einige Herausforderungen mit sich: der Wind fegt über den Kamm, aber auch lange Wegabschnitte verlaufen direkt darauf. Man muss wirklich auf sein Gleichgewicht achten. Im Winter gibt es auch sehr grosse Temperaturunterschiede. Geht man unten noch im T-Shirt weg, kann man oben bei stürmischen -5°C ankommen. Mit Wind muss man auch an die Waldbrandgefahr denken, mehr hierzu unter Tipps.

Diese Kalkscholle erstreckt sich Ost-West, man kann sie in Längsrichtung am Weitwanderweg GR9 queren. Es gibt einfachere Zustiege auf die Montagne Sainte Victoire von Norden. Im Süden sind die Zustiege seltener, die Felswand ist abschnittsweise vertikal oder nur schwierige Kletterrouten führen hier durch. Den alten Steig am Pas du Moine, den wir für den Aufstieg wählen, ist der direkteste Anstieg zum ehemaligen Kloster und dem grossen Kreuz ohne echte Kletterei (aber die Hand muss man schon am Fels anlegen). Den Rückweg legen wir länger an, indem wir den Westkamm der Costes Chaudes ausgehen. Über das Refuge Cézanne kehren wir zum Ausgangspunkt Pont de l'Anchois (auch Plan d'En Chois) zurück.

Die Fakten

11,6 km Gesamtstrecke

4 h min Gehzeit

750 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung einfach aber ohne durchgehende Markierung

Markierung 85% der Strecke

55% leichte Wege

35% Feldwege

5% mittelschwere Wege

<5% querfeldein

<5% ausgesetzte Pfade

<5% Wege mit Kletterpassagen

Gefahren ausgesetzte Abschnitte, zusätzlich dort starker Wind möglich

Kinder ja, wenn sie in gefährlichen Abschnitten den Anweisungen folgen

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Bergschuhe, Wanderausrüstung und Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.523178,5.568041

Downloads

Photo von Axel Brocke (Quelle) unter der Lizenz CC BY-SA 2.0 am Stichtag 10. Oktober 2019 hier ebenso übernommen. Vervielfältigung möglich bei Nennung der Autoren und Anwendung dieser Lizenz. (id3111)
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Montagne Sainte-Victoire von der Strasse D17 gesehen

In der Mitte unser Ziel: das Gipfelkreuz Croix de Provence.

Öffentliche Verkehrsmittel

Der Bereich im Süden der Bergkette ist ins Bus-Netz von der Stadt Aix-en-Provence integriert. Die Linie 110 fährt über den Ring in der Stadt und anschliessend südlich an der Montagne Sainte Victoire bis nach Puyloubier. Die Orte Tholonet, Saint-Antonin-sur-Bayon und Beaurecueil werden dazwischen angefahren. An der Haltestelle Le Bouquet (zwischen den beiden letztgenannten Orten) müssen wir aussteigen, um beim Pont de l'Anchois die Tour zu beginnen. Unter der Woche gibt es rund 15 Verbindungen, am Wochenende nur 6, jedoch immer zwischen 8 und 20 Uhr. Informationen unter lepilote.com (nur französisch), die Linie 110 oder die Haltestelle Le Bouquet unter "horaires" suchen.

Zufahrt mit dem Auto

Wir befinden uns östlich von Aix-en-Provence. Auf der Strasse D17 (Avenue des Écoles Militaires) verlässt man Aix und gelangt nach ca. 5 km nach Le Tholonet zum Ausgangspunkt. Von Osten oder Süden kommend verlässt man die Autobahn A8 unmittelbar nach der Mautstelle La Baraque (Sortie 32) und folgt anschliessend den Pfeilen nach Le Tholonet. Im Weiler Pont-de-Bayeux rechts nach Beaurecueil und dort am Kreisverkehr wieder nach Le Tholonet. An der T-Kreuzung rechts auf die D17 in Richtung Saint-Antonin. Nach 2 km ist man am Startpunkt der Wanderung.

Sinnvolle Parkplätze

Es gibt zwei Parkplätze nördlich der Strasse, einer vor und einer nach der Brücke Pont de l'Anchois. An Wochenenden und in der Hochsaison sind sie sicher voll. Nicht versuchen irgendwo "im Gemüse" zu parken, man wird sofort abgeschleppt, da die Gefahr zu gross ist, dass Zufahrten für Feuerwehrfahrzeuge blockiert werden. Es gibt mehrere andere Parkplätze entlang der D17. Alle verfügen über markierte Zustiege zum Refuge Cézanne, an dem wir auch am Anfang dieser hier beschriebenen Tour vorbeikommen. Beschreibungen dazu weiter unten.

Tipps

Diese Wandertour führt über ausgesetzte Stellen und folgt lange der windumtosten Kammlinie. Der Aufstieg vom ehemaligen Kloster zum Kreuz ist einfach, aber durchaus problematisch für nicht schwindelfreie Personen. Diese Punkte sind besonders mit Kindern zu beachten. Einige enge Wegpassagen weisen glattgeschliffenen Kalkstein auf. Unbedingt warme Kleidung mitführen, auch wenn es unten angenehm warm ist, steigen wir doch knapp unter 1000 m Seehöhe an. Klima und Wegbeschaffenheit entsprechen jenen des Hochgebirges! Im Winter sind die Temperaturen sehr schnell negativ, Teile des Wegs sind zudem schattseitig hinter dem Kamm und somit eventuell auch vereist.

Oben im Areal des ehemaligen Klosters gibt es einen gemauerten Unterstand, der renoviert wurde. Man kann hier Feuer machen, jedoch müsste man dafür Holz heraufschleppen. Das so genannte Refuge Cézanne ist geschlossen, hier kann man sich nicht mehr unterstellen.

Auch diese Wanderung bieten wir auf diesen Berg an: Montagne Sainte Victoire von Norden.

Die ganze Region ist eine Zone mit hohem Waldbrandrisiko. Im Sommer aber auch in anderen Saisonen zu Zeiten mit grosser Trockenheit oder starkem Wind, kann der Zugang zu den Waldgebieten reglementiert sein. Folglich können die Strassen für den Verkehr gesperrt sein und/oder die Wege für Wanderer verboten. Aktuelle Auskunft: Karte zum Zugang zu Wäldern und exponierten Gebieten im Bouches-du-Rhône (nur französisch). Die Karte zeigt die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot, die den Gefahrenstufen entsprechen.

Photo alle Rechte vorbehalten © von André M. Winter. Photo aufgenommen für Provence-Guide.Net während unseren Recherchen 1999 vor Ort.
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Unterstand bei der Kapelle auf der Montagne Sainte-Victoire

Die Abschnitte

  1. Brücke Pont de l'Anchois - Refuge Cézanne - Sattel Pas du Moine - Kloster
  2. Hinauf zum massiven Kreuz Croix de Provence
  3. Langer Abstieg über die Costes Chaudes am Sentier Imoucha
  4. Über Les Roques Hautes und das Refuge Cézanne zurück zur Brücke Pont de l'Anchois

Keine Trinkwasserquelle am Weg, Unterstand beim ehemaligen Kloster.

Abschnitt 1: Parking - Ref. Cézanne - Pas du Moine - Prieuré

2,9 km ... 1 h min 520 m 20 m mittel

5% querfeldein

20% Feldwege, mit Markierung

60% leichte Wege, mit Markierung

5% Wege mit Kletterpassagen, mit Markierung

10% ausgesetzte Pfade, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Vom Parkplatz über eine Forststrasse zum Refuge Cézanne
  • Weiter nach Norden rauf
  • Rechts halten und auf die erste Felswand zugehen
  • Links halten und über die Felsrampe Pas du Moine steigen
  • Nach dem Kamm rechts am Normalweg bis zum Kloster

Am direktesten Wanderweg zum Kloster.

Wenn man am Parkplatz westlich von der Brücke Pont de l'Anchois steht, geht man den Feldweg hinauf, um die Wanderung zu beginnen. Vom unteren Parkplatz (dort ist auch die Bushaltestelle) muss man unter Bäumen durch hinauf zu besagtem Feldweg. Man sieht diesen nicht von unten, tendenziell eher links halten, sonst landet man in einem wilden Graben. Oder entlang der Strasse rund 100 m nach Westen zum anderen Parkplatz vorgehen, hier rechts hinauf.

Photo alle Rechte vorbehalten © von André M. Winter. Photo aufgenommen für Provence-Guide.Net während unseren Recherchen 2010 vor Ort.
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Bau Cézanne und Croix de Provence

Ansicht unseres Bergs vom Zustieg.

vers = nach
arrêt = Haltestelle
pont = Brücke

Wenn diese kleinen Zustiegsprobleme gelöst sind, geht es gerade nach Norden und bergauf zum geschlossenen Refuge Cézanne. Man folgt einem zerfurchten Feldweg und kann davon einige Kehren auf markierten Abschnitten abschneiden (Punkt 1b). Nicht irgendwo herumtrampeln, die Vegetation tut sich in der kargen Gegend auch ohne rücksichtslose Wanderer schon schwer genug. Beim geschlossenen Unterstand (Punkt 1c) gibt es ein markantes Felsensemble mit einem Kreuz drauf.

Der Abschnitt ist rot markiert.

Photo von Andrew John Mitchell (Quelle) unter der Lizenz CC BY-SA 2.0 am Stichtag 10. Oktober 2019 hier ebenso übernommen. Vervielfältigung möglich bei Nennung der Autoren und Anwendung dieser Lizenz. (id3129)
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Rast beim Refuge Cézanne

Wenn man von anderen Parkplätzen oder Haltestellen kommt:

Weiter westlich ist eine Bushaltestelle beim Campingplatz nördlich von Beaurecueil und unweit von dort nördlich der Strasse D17 der Parkplatz L'Aurigon. Von hier den Wegweisern zum Refuge Cézanne folgen. Es geht entweder ein Feldweg vor den Parkplätzen rechts der Zufahrtstrasse ab, oder man geht nach hinten zu den Picknickplätzen und anschliessend rechts. Das macht 3 km und 1 Std. zusätzlich, aber wesentlich weniger am Rückweg. Ein Kärtchen zeigt die Situation im Abschnitt 3.

Weiter im Osten gibt es eine Haltestelle und einen Parkplatz beim Écomusée Maison de Sainte-Victoire: entweder gegenüber der Strasse gleich die Böschung hoch und über ausgegangene Pfade oder 200 m entlang der Strasse nach Westen und dort den markierten Weg nehmen. Man kommt so zum Parkplatz bei der Brücke Pont de l'Anchois, hier fängt die beschriebene Wanderung an. 1,5 km mehr für eine Richtung, siehe auch den grau strichlierten Weg auf der kleinen Karte hier oben.

pas = (hier) Pass
chemin = Weg
GR = Weitwanderweg
croix = Kreuz
prieuré = Kloster

Vom Refuge Cézanne (1c) steigen wir weiter gegen Norden an, folgen weiter der roten Markierung und lassen den markanten Felsen mit dem Kreuz hinter uns. Der Feldweg wird zum Pfad. Dieser Hauptweg wird auch von vielen Nebenwegen gesäumt, die zusammen in einen Kessel hochführen. Man bleibt besser am markierten Hauptweg, die anderen Fährten führen meist zu Einstiegen für Klettertouren. Es geht weiter bergauf und so durchschreiten wir, uns ein wenig links haltend, eine erste Felswand. Der Weg wendet sich anschliessend wieder nach rechts und scheint die unüberwindbare glatte Felsnase des Bau Cézanne anzupeilen.

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Felsen beim Refuge Cézanne

Bevor man zu diesem zweiten felsigen Hindernis gelangt, kann man bei einer Verzweigung (1d) wählen: links der einfachere aber längere Pas de l'Escalette (vor Ort mit roten Punkten markiert) oder rechts der Pas du Moine (1f, weiter rot markiert): unsere Wahl. Es wartet auf uns ein kurzer steiler Anstieg in einer Felsrinne. Das schaut etwas wild aus, aber wir kamen hier problemlos mit unserem 8-jährigen Sohn durch. Man muss sich Zeit lassen und die Griffe suchen: es gibt davon ausreichend. Man kann die Stelle mit einem Seil sichern, aber dieses müsste wegen fehlender Fixpunkte oben mindestens 30 Meter lang sein. Das ist jedenfalls der Typ Kraxelei, den man mit Unerfahrenen besser nicht im Abstieg begeht.

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Costes Chaudes, Pas du Moine und Bau Cézanne

Der diagonale gelbe Strich links der Bildmitte ist der Weg zum Pas de l'Escalette, unser Weg über den Sattel Pas du Moine ist weiter rechts und rot.

In weiterer Folge bewegen wir uns in einer wilden Felslandschaft. Man kommt bei einer natürlichen Halbhöhle vorbei und wundert sich, wo der Weg hinführt. Aber es gibt eine Felsrampe, welche dieses Hindernis überwinden hilft. Nun liegen die schwierigsten Abschnitte hinter uns, der Weg schlängelt sich durch flacher werdenden Fels. Letztendlich überschreiten wir die Kammlinie bei einem grossen Steinmann, er markiert den Einstieg zum Pas du Moine (1f) von oben.

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Unser 8-jähriger Sohn in der Rampe am Pas du Moine

Wir befinden uns nun am Hauptweg zum Kloster und zum Croix de Provence (2b). Nun ist der Weg blau markiert. Normalerweise wird man hier auf viele andere Wanderer treffen, die den einfacheren Aufstieg über den Sentier Imoucha gewählt haben. Dort werden wir später absteigen.

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Im Frühjahr ist noch Schnee in den Alpen

Der weitere Weg ist einfach, das ehemalige kleine Kloster und das Kreuz sind in Sichtweite. Allerdings fehlen bis dorthin noch rund 200 Höhenmeter. Der Weg ist nicht so abwechslungsreich wie der Abschnitt zuvor und einige werden hier ins Schwitzen kommen. Nach einem Drittel bis zum Kloster wendet sich der Weg etwas vom Kamm ab. Im Winter kommt man hier in einem dauerhaft schattigen Bereich, ab hier gilt es dann definitiv eine Schicht mehr anzuziehen.

Einige Minuten später stösst von unten rechts der Weitwanderweg GR9 hinzu. Unsere Markierung ändert sich und wird weiss-rot.

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Das kleine Kloster und das grosse Kreuz Croix de Provence

Der Weg zum Kloster ist ein echter Wallfahrtsweg, er war es effektiv einmal und auch heute ist man hier selten alleine. Oben tritt man durch ein Steintor in das Areal ein. Gleich links ist die meist geschlossene Kapelle. Davor befindet sich eine grosse von den ehemaligen Mönchen aufgeschüttete Fläche, alte Klostergebäude, ein grosser Baum und eine Zisterne. Die Fläche zieht sich vor nach Süden zu einer Art Panoramaterrasse mit einem umwerfenden Ausblick in die Südwand, auf den Aufstiegsweg und theoretisch bis an das Meer.

De Kapelle ist geöffnet, wenn darüber die provenzalische Flagge weht. In der Saison findet dies je nach Verfügbarkeit der Freiwilligen donnerstags und sonntags statt.

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Torbogen zum Kapellenareal

Das Areal wirkt friedlich in der schroffen Kalklandschaft, Im Winter ist der grosse Unterstand ein willkommener Schutz vor dem kalten Wind. Das Gebäude wurde renoviert, auf den breiten Bänken kann man übernachten, wenn man Unterlagsmatten und Schlafsäcke mit hat. Die alte Feuerstelle wurde verlegt und mit einem höheren Rauchfang ausgestattet Man kann also besser heizen (und grillen), aber man muss noch immer sein eigenes Holz mit bringen. Man braucht allerdings nicht zu glauben, dass man mit dem offenen Feuer im grossen Steinhaus eine kuschelige Wärme erzeugen kann, gute Schlafsäcke sind schon empfehlenswerter.

Im Winter ist es besser von Vauvenargues anzusteigen wenn man Holz mitnehmen will (siehe Montagne Sainte Victoire von Norden). Man steigt hier durch einen dichten Wald an und manchmal findet man am Wegrand des Chemin des Venturiers (Weitwanderweg GR9) Holzscheite, die genau für den Zweck des Heizens oben im Unterstand von grosszügigen Leuten bereitgestellt wurden (vor allem rund um Weihnachten). Aber man findet auch Brennholz in kleinen Netzen zum Kaufen in den meisten Supermärkten der Region.

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Bei der Kapelle Notre Dame de la Victoire

Abschnitt 2: Prieuré - Croix de Provence - Prieuré

0,6 km ... 15 min 40 m 40 m einfach

100% mittelschwere Wege, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Durch das Tor hinaus und gleich rechts
  • Zum Kreuz ansteigen
  • Wieder am selben Weg hinunter zum Kapellenareal

Zum Kreuz ist es nicht weit.

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Kapelle Notre Dame de la Victoire vom Weg zum Kreuz gesehen

Neben dem Eingangsportal geht ein Weg unten ausserhalb der Mauer weiter. Dieser Weg steigt schnell auf Felsen östlich über dem ehemaligen Kloster an. Kurz vor dem Kreuz gibt es eine Verzweigung: links geht es am Weitwanderweg GR9 über den gesamten Kamm zum Pic des Mouches (dem eigentlichen Gipfel der Montagne Sainte Victoire), rechts steht man nach ein paar Minuten direkt unter dem Kreuz (und einem geschlossnen Unterstand, sowie der Ruine einer Feuerwachstelle). Das monumentale 19 m hohe Kreuz stammt von 1875.

Auf dem Foto ist das eindrucksvolle Kreuz vom östlichen Nebengipfel gesehen, wir steigen jedoch von der anderen Seite an.

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Croix de Provence von Osten gesehen

Die Markierungen sind gut, das zeugt meist davon, dass hier viele Leute unterwegs sind. Am Rückweg, den wir weitläufiger anlegen, kommen wir jedoch auch durch weniger stark begangene Abschnitte.

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Markierung unter dem Croix de Provence

Abschnitt 3: Costes Chaudes & Sentier Imoucha

4 km ... 1 h 15 min 30 m 490 m mittel

75% leichte Wege, mit Markierung

25% leichte Wege, ohne Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Zum Pas du Moine absteigen
  • Weiter hinunter zum Sattel Pas de l'Escalette
  • Über den Kamm der Costes Chaudes
  • Weiter am Weg Sentier Imoucha
  • Nach der Stromleitung links
  • Aus dem Tal Vallon de la Dispute herausgehen

Für den Rückweg holen wir weiter nach Westen aus, mit schönen Rückblicken auf den tollen Berg.

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Crête du Marbre, Roques Hautes und Costes Chaudes

Der Weg führt bergab über die Costes Chaudes rechts und später durch die kleineren Felskämme in der Bildmitte.

Der Abstieg ist einfach. Gerade an heissen Tagen wird der erfahrene Wanderer schon früh am Morgen gestartet sein und hier die anderen hochkeuchen sehen, wenn die Sonne schon hoch am Himmel steht. Wir passieren den Pas du Moine (3b), gehen aber weiter entlang des Kamms und folgen der blauen Markierung. Eine Viertelstunde später kommen wir zum Pas de l'Escalette (3c). Das ist ein einfacherer Pfad, der parallel zu unserem Aufstieg verläuft. Man könnte hier die Tour abkürzen und über das Refuge Cézanne zum Ausgangspunkt absteigen. Wir raten davon aber ab: erstens würde man interessante Abschnitte versäumen, besonders die eindrucksvollen Rückblicke auf den Berg. Zweitens gehen auf diesem Steig recht viele Leute und das in beide Richtungen. Darunter sind manchmal schlecht ausgerüstete Sonntagswanderer, wir sahen hier schon Menschen mit Espadrillos! Umgehen wir also grossräumig diesen Bereich...

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Wir geniessen die Aussicht von den Costes Chaudes

barrage = Talsperre
sentier = Weg
vallon = kleines Tal
costes (côte) = prov. für Felsriegel
roques = (hier) Felsen
vers = nach
arrêt = Haltestelle
crête = Kamm
mas = prov. für Bauernhaus

Der Westkamm der Montagne Sainte-Victoire zieht sich nach dem Steilabfall über einen weniger ausgeprägten Felsrücken weiter, er wird Costes Chaudes genannt. Unser Weg verläuft direkt darauf, die Abbrüche sind weniger schroff, aber man muss trotzdem aufpassen, denn oft verlaufen zwei Wege parallel: der eigentliche Weg rechts unterhalb der Kammlinie und Varianten links näher und luftig an der Kante. Man sollte nicht vergessen sich immer wieder Umzudrehen, am Nachmittag sollte die Sonne dann optimal die Montagne Sainte-Victoire in Szene setzen.

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Montagne Sainte-Victoire, Barre du Cengle und Chaîne de l'Étoile

Von weiter oben sah der Kamm der Costes Chaudes flach aus, aber vor Ort stellen wir fest, dass es weiter abwärts geht. Rechts unten glitzert die Wasseroberfläche des Stausees Lac du Bimont. Es ist vor allem im Sommer verlockend zum kühlen Nass abzusteigen. Der Weg Sentier Imoucha, auf dem wir uns hier befinden, würde sogar recht nahe an einem Seitenarm und zum Staudamm führen. Da der See künstlich angelegt ist, hat er allerdings sehr steile Ufer, der Wasserstand ist variabel und die Täler sind eng eingeschnitten. Das ist nicht sehr einladend zum Baden.

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Lac du Bimont, Mont Ventoux und Massif du Concors

Unser Felskamm verliert sich im lockeren Wald der Garrigue. Wir kommen unter einer Hochspannungsleitung (3d) durch, das ist ein wichtiger Anhaltspunkt! Direkt unter den Stromkabeln im Tälchen Vallon de la Dispute kann man links absteigen, der Weg ist aber stark verwachsen. Besser kommt man rund 250 m weiter vorne links (3e) auf einer alten Forststrasse hinunter. Der Wald ist hier lichter, es gibt aber keine Markierungen. Das Foto wurde auf diesem Weg unterhalb des Sentier Imoucha aufgenommen.

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Costes Chaudes und Montagne Sainte-Victoire

Im Frühling schiessen hier Schwertlilien mit ganz kurzen Stielen aus dem Boden.

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Wilde zwergenhafte Schwertlilie

Wir steigen so auf einer Forststrasse ab, die anscheinend für die Rodung des Unterholz angelegt wurde. Unten queren wir ein Trockental und steigen wieder leicht an, um zu einer weiteren felsigen Abbruchkante zu gelangen. Hier können wir nur rechts gehen. Alles was in Luftbildern nach Weg aussieht, sind nur üble und steile Wasserrinnen. Man geht besser weiter nach Westen bis zu einer schräg querenden Forststrasse (4a) und hier links.

Abschnitt 4: Roques Hautes - Refuge Cézanne - Parking

4,1 km ... 1 h 30 min 160 m 200 m einfach

75% Feldwege, mit Markierung

10% leichte Wege, mit Markierung

10% leichte Wege, ohne Markierung

5% querfeldein

Die Anhaltspunkte

  • Weiter auf der Forststrasse
  • Eine grosse Schleife kann abgekürzt werden
  • Den Hof Mas des Roques Hautes links umgehen
  • Nach dem Felsdurchbruch links
  • Die Forststrasse hinauf, zwei Kehren können abgekürzt werden
  • Nach dem Scheitel ist das Refuge Cézanne in Sichtweite
  • Zurück zum Ausgangspunkt am Aufstiegsweg

Zurück durch weniger bekannte Abschnitte des Gebiets.

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Kalkkämme westlich der Montagne Sainte-Victoire

Wir folgen nun dieser Forststrasse, sie führt uns abwärts nach Süd-Osten. Den Markierungen folgen und falls diese nicht sichtbar sind, eher die Wege links nehmen (4b). So kann man eine Schleife der Forststrasse abschneiden. Unser Weg mündet später wieder darauf. So folgen wir den Talboden abwärts.

Bei Roques Hautes, wenn man rechts vorne ein Bauernhaus sieht, kommen wir auf eine ungewohnt flache und bewirtschaftete Ebene. Als es noch feuchter war, haben Bäche diese Flächen aufgeschüttet. Weiter vorne sieht man auch ein schönes Durchbruchstal. Hier hat der Fluss den Felsrücken der Crête du Marbre im rechten Winkel angeschnitten.

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Durchbruch im Kamm unter dem Mas des Roques Hautes

Der Zugang zum Hof ist offensichtlich unerwünscht, also sollten wir nicht rechts abbiegen. Wir müssten geradeaus durch zum Durchbruch im Felsriegel. Dafür muss man zuerst kurz nach links (4c) gehen, um einen schmalen Pfad zwischen dem Feld rechts und dem Felsen links einzufädeln. Wir gelangen auf dem Pfad ins Durchbruchstal und biegen danach gleich links ab. Ab hier geht es wieder bergauf, die Forststrasse liegt zwischen einer Felswand links und einem kleinen meist trockenen Bachlauf sowie einem grüneren Rücken rechts (Harmelins). Wir müssen dieses Tal weiter aufwärts gehen bis die Strasse eine Kehre (4e) nach rechts macht.

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Mas des Roques Hautes

vers = nach
arrêt = Haltestelle
pont = Brücke
de = von

In der Kehre (4e) gehen wir auf einem weniger markanten und nicht markierten Pfad gerade aus. Er führt weiter unter der Felswand entlang. Nach etwa 300 m stösst man wieder auf die Forststrasse (4f), wir haben so zwei grosse Kehren abgeschnitten. Es geht weiter gerade aus in die selbe Richtung. Seit dem Durchbruch geht es bergauf, es handelt sich um 160 Höhenmeter Gegenanstieg, was man in den Beinen merkt.

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Kugelig erodierter Kalk bei Roques Hautes

Weiter vorne wird die Steigung geringer und langsam kommen wir in bekanntes Gebiet zurück. Wir sehen den tollen Berg wieder aus dem Blickwinkel zu Beginn der Tour und kurz darauf erkennen wir die Felsen beim Refuge Cézanne. Von hier zurück zum Ausgangspunkt wie am Aufstiegsweg.

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Costes Chaudes und Roques Hautes

Quelle und weiterführende Info

Diese Wanderung ist von dieser Website inspiriert: Les Amis de Sainte-Victoire (Verein der Freunde der Sainte-Victoire (nur französisch)). Sämtlichen regulären Zustiege rund um den Berg sind gut bebildert beschrieben.

Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: die Tour befindet sich auf der Karte IGN "Étang-de-Berre, Istes, Marignane, Martigues", Massstab 1:25000, 3244ET.

Wenn du dich nicht mit einer Papierkarte herumschlagen willst, kannst du auch auf Karten-Apps am Handy zurückgreifen. Einerseits handelt es sich um die App Géoportail des amtlichen Kartendiensts IGN. Allerdings benötigt es Zugang zum Datennetz und das ist in Schluchten oder abgelegenen Orten manchmal schwierig.

Alternativ kann man Apps nutzen, die Daten direkt auf dem Gerät speichern. Sie sind im Allgemeinen nicht kostenlos, kosten aber nicht viel. Wir verwenden hauptsächlich OSMAnd, Hier ist es möglich, Konturlinien, Reliefschattierungen, Markierungen und andere hinzuzufügen. Um diese Daten auf dem Handy zu speichern, benötigt man viel Platz.

Natürlich braucht es auch Zugang zu Satelliten für das GPS-Signal mit jeder App. In einigen Schluchten ist dies nicht der Fall. Verlasse dich daher nicht auf die angezeigte Position, sondern lies die Karte auf dem Handy so, wie du sie auf Papier lesen würdest. Die meisten Apps sind für Android und iPhone verfügbar. Die Anwendungen ermöglichen es in der Regel, die zurückgelegte Strecke aufzuzeichnen und auch die angebotenen GPS-Dateien zu jeder unserer Wanderungen einzublenden.

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Kommentare

Gibt es Änderungen auf dieser Tour oder gar neue Vorschläge dazu? Die Kommentare sind hierfür da!

Peter - 13. September 2017 - 165
Super Beschreibung!
André M. Winter (admin) - 19. September 2017 - 169
Danke!
Grüsse aus Tirol,
andré
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Rückblick auf die Montagne Sainte-Victoire

Hinweis

Die Informationen zu diese Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2010 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor der Webseite, Danke!