Die Höhle am Terrain Vermicel in Vins-sur-Caramy
Ein historischer Ort der Widerstandsbewegung im Departement Var
Kraxeln
schwierig
1 h 30 min
nein
ja
nein
Bergausrüstung
Einführung
Das Hinterland des Départements Var birgt zahlreiche Orte, an denen der Widerstand gegen die deutschen Nazi-Besatzer sehr aktiv war. Die meisten dieser Aktivitäten wurden von der deutschen Kriegsmaschinerie und der Gestapo vereitelt, oft mit Hilfe französischer Kollaborateure. Das ist auch hier der Fall, doch die Operationen waren kein Fehlschlag, denn auf dem Terrain Vermicel wurde ein Flugplatz errichtet, um Waffen der Alliierten zu transportieren. Der menschliche Tribut war dennoch hoch.)
Wir gehen an den verschiedenen Gedenksteinen vorbei und erkunden die Höhle, in der Waffen und Widerstandskämpfer versteckt wurden.
Die Fakten
5,2 km Gesamtstrecke
1 h 30 min Gehzeit
180 m Gesamthöhenunterschied
Orientierung mittel, schwierg in der Höhle
Markierung 45% der Strecke
35% Forststrassen
30% leichte Wege
25% befestigte ruhige Nebenstrassen
5% Parkanlagen
5% befestigte Landstrassen
<5% Weg in einer Höhle
<5% befestigte Strassen ohne motorisierten Verkehr
Gefahren terrain karstique
Kinder ja, aber begleitet
praktisch Picknick-Zeug
notwendig Taschenlampe, Bergschuhe, Wanderausrüstung und Wasser
GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.43203023183718,6.142409925382137
Öffentliche Verkehrsmittel
Es gibt öffentliche Busse, die Vins-sur-Caramy mit Brignoles, Correns, Carcès und Cotignac verbinden. Dabei handelt es sich um Schulbuslinien, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind, jedoch am Wochenende nicht verkehren. Es sind die Linien SR103 und SCO203. Die Fahrpläne findet man auf Zou! (nur französisch), wenn man dort nach Vins-sur-Caramy sucht.
Zufahrt mit dem Auto
Wir befinden uns im Hinterland des Var, in einem Tal parallel zu jenem, wo die Autobahn A8 verläuf. Ob wir nun aus Nizza oder Marseille kommen, in beiden Fällen nehmen wir die Ausfahrt Le Val und Brignoles von der Autobahn. Am nächsten Kreisverkehr links Richtung Le Val. Der folgene Kreiseverkehr ist wichtig: man nimmt die dritte Ausfahrt Richtung Vins. Es gibt nur ein kleines Schild und es sieht aus wie die Zufahrt zu einem Gewerbegebiet. Diese Strasse D24 führt uns direkt nach Vins-sur-Caramy. Fahre nicht in den Ort hinein, sondern bleibe auf der D24. Nach der nächsten Rechtskurve kommen wir an eine Kreuzung ohne Beschilderung; hier befindet sich rechts unterhalb der Strasse ein Parkplatz. Das ist der Ausgangspunkt.
Sinnvolle Parkplätze
Ein Parkplatz befindet sich südlich unterhalb des Dorfes an der Strasse D24 und gegenüber der mittelalterlichen Brücke. Sollte dieser Parkplatz voll sein, fahre auf der D24 weiter in Richtung Osten. Gegenüber dem anderen Dorfeingang sind rechts weitere grosse Parkplätze. Man befindet sich dann im Abschnitt 3 der Tour, die man genauso gut hier beginnen kann.
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Alter Wegweiser am Anfang des Chemin des Résistants
Brücke und Schloss von Vins-sur-Caramy
Tipps
Die Wanderung ist sehr einfach. Der Zugang zur Höhle ist jedoch jenseits der ersten Kammer schwierig, da es danach kein natürliches Licht mehr gibt. Obwohl der Weg klar erkennbar ist, kann man auf dem Rückweg leicht in Panik geraten, da man den Weg zurück nicht wiedererkennt. Das ist bei allen Höhlen üblich und liegt hauptsächlich daran, dass man mit einer Taschenlampe unterwegs ist, die nicht alles ausleuchtet. Die einfachste Lösung ist, sich ständig umzudrehen, konkret wirklich bei jedem Schritt, um sich den Rückweg schon auf dem Hinweg einzuprägen. Wer ganz sichergehen will, kann auch Kreide mitnehmen und den Weg markieren.
Wir weisen ausserdem darauf hin, dass eine gute Orientierung in der Natur in einer Höhle überhaupt nichts nützt.
Die ganze Region ist eine Zone mit hohem Waldbrandrisiko. Im Sommer aber auch in anderen Saisonen zu Zeiten mit grosser Trockenheit oder bei starkem Wind, kann der Zugang zu den Waldgebieten reglementiert sein. Folglich können die Strassen für den Verkehr gesperrt sein und/oder die Wege für Wanderer verboten werden. Aktuelle Auskunft: Karte zum Zugang zu den Wäldern im Département Var (auch englisch). Die Karte zeigt die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot, die den Gefahrenstufen entsprechen.
Die Abschnitte
- Aufstieg von Vins-sur-Caramy zum Terrain Vermicel.
- Erkundung der Grotte de Savoye, in der sich die Widerstandskämpfer versteckten.
- Rückweg über Mauvais Plantier und das Schloss von Vins.
Abschnitt 1: Vins-sur-Caramy - Terrain Vermicel
➙ 2 km ... 35 min ➚ 130 m ➘ 5 m ↝ mittel
5% leichte Wege, wenig Markierung
5% befestigte Strassen ohne motorisierten Verkehr, mit Markierung
75% Forststrassen, wenig Markierung
15% leichte Wege, wenig Markierung
Die Anhaltspunkte
- Parkplatz an der alten Brücke von Vins, 185 m
- Denkmal am Weg zum Terrain Vermicel, 315 m
- Grotte de Savoye, 305 m
Im Grossen und Ganzen überqueren wir die Brücke und biegen dann links ab, wobei wir immer die ansteigende Forststrasse wählen.
Die mittelalterliche Brücke überspannt den Caramy mit drei Bögen und bildet so eine doppelte Kuppe. Sie ermöglichte es, unabhängig von Hochwasser in die Wälder und Weiden der Plaines auf dem Plateau südlich des Dorfes zu gelangen. Sie wird oft fälschlicherweise als römische Brücke bezeichnet, nur weil das Baujahr nicht mehr bekannt ist.
Wir überqueren diese Brücke, da sich der erste Teil der Wanderung südlich des Caramy befindet.
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Die Strasse auf der sogenannten römischen Dreibogenbrücke von Vins-sur-Caramy
Am Ufer befindet sich rechts gegenüber eine schattige Picknickbank. Links beginnt der Chemin des Résistants, und hier befinden sich vier kleine Gräber.
Vins-sur-Caramy ist ein kleines, ruhiges Dorf. Die Landwirtschaft und Zweitwohnsitze prägen derzeit die Gemeinde. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde hier auch Bauxit in Tagebaustätten abgebaut, die heute zwei Seen bilden. Dieser Bergbau war in allen umliegenden Gemeinden wie Le Val, Mazauges und vor allem Tourves anzutreffen, wo sich das Bergbaumuseum befindet.
Die deutschen Besatzer unter der Organisation Todt eigneten sich diese Minen an und bauten sogar eine Eisenbahn, um das abgebaute Gestein nach Brignoles zu transportieren. Wer mit dem Auto entlang der D24 gekommen ist, ist teilweise dieser Strecke gefolgt. Die Deutschen sind also in der Region ab dem 11. November 1942 sehr präsent, als die sogenannte freie Zone des Kollaborateurs Pétain endgültig annektiert wird. Diese Deutschen haben von Anfang an mit den Widerstandskämpfern zu kämpfen, die die Umgebung viel besser kennen. Die Deutschen jagen sie und richten sie hin, wenn sie sie finden, eines dieser Ereignisse veranlasst uns heute zu dieser Wanderung.
Hier wurden die vier Widerstandskämpfer begraben, die in der Höhle, die wir später besichtigen werden, durch deutsche Nazi-Kugeln ums Leben kamen. Diese Gräber markieren also nicht den Ort der Erschiessung.
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Stelen am Anfang des Chemin des Résistants
Wir folgen einem Kanal, der etwas oberhalb des Bachs Caramy verläuft.
In der Provence hat man schon seit jeher Flusswasser für den Ackerbau umgeleitet. Später diente es dazu, Mühlen anzutreiben. Die meisten dieser Nutzungen sind verschwunden, doch die Kanäle sind oft noch vorhanden.
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Kanal am Ufer des Caramy
Die Forststrasse führt bergauf und wir erreichen diese erste Weggabelung. Wir halten uns rechts und gehen weiter bergauf.
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Erste Abzweigung auf dem Chemin des Résistants am Terrain Vermicel
Kurz darauf wiederholt sich das Spiel: Wir halten uns an der Weggabelung rechts.
Die Forststrasse steigt gemächlich weiter an. Sie macht einige engere Kurven, wenn wir durch kleine Täler gehen, die aufgrund der sehr dichten Vegetation kaum zu erkennen sind.
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Zweite Abzweigung auf dem Chemin des Résistants am Terrain Vermicel
Etwa 30 Minuten nach dem Aufbruch vom Parkplatz erreichen wir einen weitere Gedenkstein. Dies ist jedoch noch immer nicht der Ort, an dem die Widerstandskämpfer ermordet wurden.
Die Bergleute sind in Gewerkschaften organisiert, zusammen mit den wehrhaften Bauern, ist dieses Hinterland ein idealer Nährboden für den Widerstand. Das karstige und bewaldete Gelände eignet sich ideal, um sich zu verstecken oder Waffen zu verbergen. Es werden Flugblätter verteilt und die Bauxitminen sabotiert. Doch 1944 rücken die Alliierten näher, und die Küste wird von den Deutschen zu stark überwacht, als dass die Résistance dort operieren könnte. Man zieht sich daher ins Hinterland zurück, um den Maquis mittels Fallschirmabwürfen zu bewaffnen. Die Plaines de Vins südöstlich des Dorfes werden von der S.A.P. (Section Atterrissage et Parachutage, Lande- und Fallschirmsektion) für diese Operation ausgewählt. Der Codename des Gebiets lautet Terrain Vermicel. Ab Anfang 1944 beginnen die Fallschirmabwürfe. In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai 1944 wird das Gebiet von Vins genutzt, um dort fünfzehn Container und zehn Pakete abzuwerfen.
Diese Waffen und Munition wurden in der Dunkelheit der Nacht eingesammelt, transportiert und in der Grotte de Savoye (Grotte de Savoio) versteckt. Es folgten mehrere Alarmmeldungen, woraufhin die Waffen an einem anderen Ort versteckt und später wieder in derselben Höhle deponiert wurden. Nachts wurde zudem in Les Plaines eine Landebahn angelegt, die auf aktuellen Luftbildern noch immer als gerade Linie zu erkennen ist. All dies verläuft mehr oder weniger wie geplant, die Waffen werden an die vorgesehenen Widerstandsgruppen übergeben, die im August und September 1944 zum Einsatz kommen. Die Operation wird am 16. Juli 1944 abgeschlossen. Die Nazis sind jedoch nachtragend und verfügen noch über die Mittel, um die Widerstandskämpfer aufzuspüren und die Waffenverstecke aufzudecken. Mit Hilfe lokaler Kollaborateure nehmen sie am 27. Juli 1994 vier kommunistische Widerstandskämpfer aus Vins-sur-Caramy fest: Jean Mozzone und seine beiden Söhne Eugène und Louis sowie Théodore Linari. Sie werden lange verhört und gefoltert, weigern sich jedoch anzugeben, wohin die Waffen transportiert wurden. Am 29. Juli 1944 werden sie zur Höhle gebracht, doch dort sind keine Waffen zu finden. Unsere Widerstandskämpfer schweigen weiterhin, und die Deutschen erschiessen sie an Ort und Stelle. Nicht einmal einen Monat später, am 19. August 1944, wird Brignoles von den amerikanischen Truppen befreit. Später werden ihre Leichen an die Stelle südlich der Brücke begraben.
Der Megalith am Anfang des Weges zur Höhle wurde 1989 vom ANCVR (Association Nationale des Combattants Volontaires de la Résistance) und der Gemeinde Vins-sur-Caramy errichtet. In den Stein ist ein Lothringer Kreuz eingravier
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Denkmal zu Ehren der Résistance am Terrain Vermicel
Es ist noch ein kleines Stück bis zur Höhle. Der Zugang zum Weg befindet sich vor dem Gedenkstein und vor dem Schild auf der linken Seite.
Wir gehen senkrecht zur Forststrasse in den Wald hinein. Dieser Weg ist fast eben.
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Tafel und Denkmal zu Ehren der Résistance am Terrain Vermicel
An dieser Weggabelung angekommen, stehen wir vor der Höhle. Die beiden Wege bilden eine Schleife um die Höhleneingänge.
Da wir nun einmal hier sind, erkunden wir die Höhle gleich.
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Abzweigung des Weges vor der Grotte der Widerstandskämpfer am Terrain Vermicel
Abschnitt 2: Grotte de Savoye
➙ 0,1 km ... 15 min ➚ 15 m ➘ 15 m ↝ sehr anspruchsvoll
100% Weg in einer Höhle, ohne Markierung
Die Anhaltspunkte
- Eingang zur Grotte de Savoye, 305 m
- erreichbarer tiefster Punkt der Grotte de Savoye, 290 m
Siehe die Hinweise weiter oben bezüglich der Warnhinweise für den Zugang zur Höhle.
Man geht also tatsächlich zwischen den Büschen in der Mitte der Weggabelung hindurch. Der Weg führt sofort bergab.
Vor uns oben ist durch die Äste der Bäume und Büsche die Stele von 1944 zu sehen. Dort werden wir nach der Erkundung der Höhle hinaufsteigen.
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Vor dem Eingang zur Grotte der Widerstandskämpfer am Terrain Vermicel
Wir kommen vor einem Höhleneingang an. Ab jetzt ist eine Stirnlampe erforderlich. Eine Handy-Taschenlampe reicht nicht aus!
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Der Eingang zur Grotte der Widerstandskämpfer am Terrain Vermicel
Der Gang führt hinunter, wird noch durch eine zweite Öffnung beleuchtet und biegt dann nach links ab.
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Tropfsteine und die zweite, steilere Öffnung der Grotte der Widerstandskämpfer am Terrain Vermicel
Das Gelände ist leicht begehbar, aber ohne Lampe würde man unweigerlich stolpern.
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Der Gang am Eingang der Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Wir befinden uns nun im völlig dunklen Teil der Höhle. Wir gehen auf das schwarze Loch zu, der Weg biegt erneut nach links ab und wird deutlich schmaler.
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Gewundener Gang in der Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Der Weg führt weiterhin stark bergab, er biegt nach rechts und dann wieder nach links ab.
Der Boden ist hier unebener.
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Weg zum letzten, leicht zugänglichen Teil der Höhle von Terrain Vermicel
Der Weg führt uns nach rechts und wir gelangen auf eine Ebene. Bis hierhin kann man überall aufrecht stehen. Rechts befinden sich zu enge Durchgänge, aber es gibt auch einen niedrigen Gang nach links, der zur letzten Höhle führt. Vorsicht vor einem senkrechten Loch auf der linken Seite. Am Ende des Abschnitts, der ohne Kletterausrüstung begehbar ist, befindet sich ein Pfeil an einer Wand. Jetzt ist es an der Zeit, auf dem gleichen Weg wieder hinaufzusteigen.
Aber Vorsicht: Drehe dich in der letzten Höhle um, in der man stehen kann. Man sieht dann den Rückweg nicht! Man sieht nur einen Durchgang zu einer Sackgasse oben rechts und ein sehr enges, senkrechtes Loch, das man ignorieren sollte. Mache einen Schritt auf dieses Loch zu, dann sieht man den Rückweg rechts. Anschliessend den Gang wie beim Abstieg hinaufsteigen.
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Vorstoss zum Ende der Höhle von Terrain Vermicel
Wenn man sich etwas weiter hinten vor dem Eingang zur Höhle aufstellt, sieht man auch die Gedenktafel am Ort des Verbrechens gegen die Widerstandskämpfer.
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Die Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel und das Denkmal darüber
Wir verlassen die Höhle und biegen links ab, um das kleine Wäldchen gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden.
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Vor dem Eingang der Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Schon bald sehen wir einen kleinen Weg zur Gedenktafel, die sich zwischen den beiden Eingängen zur Höhle befindet.
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Südlich der Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Die Stele, die über der Höhle thront, wurde 1944 aufgestellt. Hammer und Sichel sind auf der Stele über der Höhle eingraviert und erinnern daran, dass die vier erschossenen Widerstandskämpfer Kommunisten waren.
Der Text auf der Stele: Zum Gedenken an Mozzone Jean, Mozzone Eugène, Mozzone Louis, Linari Théodore. Diese Höhle diente als Versteck für abgeworfene Waffen. Henker mit blutbefleckten Händen machten sie zu einem Massengrab. Leider der einzige stumme Zeuge all dieser grausamen Verbrechen. Das Blut dieser Patrioten schreit nach Rache. Und Tod den Deutschen. 29. Juli 1944.
Dieser Text muss im Kontext gesehen werden. Im Juli 1944 tobt der Krieg in Frankreich, Europa und Asien noch immer. Südfrankreich wird erst im Sommer 1944 befreit. So lässt sich der Ruf nach Rache verstehen. Der Text "und Tod den Boches" wurde entfernt, indem die eingravierten Buchstaben mit hellem Zement überdeckt wurden. Dies wurde zweifellos nach dem Krieg korrigiert. Der Begriff ist älter als der Zweite Weltkrieg, in dem er kaum verwendet wurde. Er leitet sich von "alboche" ab, einer Kombination aus "Allemand" (Deutscher) und "caboche" (Dickschädel/Sturkopf). Der Begriff tauchte um 1870 auf und wurde von den Franzosen und Belgiern häufig verwendet, um die Besatzer zu entmenschlichen.
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Stele oberhalb der Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Auf der Rückseite der Stele befindet sich ein vergitterter Bereich. Es handelt sich um das fast senkrechte Loch, das die zweite Öffnung der Höhle bildet und auch den ersten Raum beleuchtet.
Wir nehmen dann denselben Weg zurück zur grossen Stele auf der Forststrasse.
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Die zweite, steilere Öffnung der Höhle der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Abschnitt 3: Mauvais Plantier - Château de Vins
➙ 3,1 km ... 35 min ➚ 35 m ➘ 160 m ↝ mittel
10% leichte Wege, wenig Markierung
5% Forststrassen, Steinmänner
25% leichte Wege, Steinmänner
10% Forststrassen, ohne Markierung
45% befestigte ruhige Nebenstrassen, ohne Markierung
5% Parkanlagen, ohne Markierung
5% befestigte Landstrassen, ohne Markierung
Die Anhaltspunkte
- Grotte de Savoye, 305 m
- Denkmal an der Forstrasse zum Terrain Vermicel, 315 m
- Mauvais Plantier, 190 m
- Schloss von Vins, 205 m
- Vins, 215 m
- Parkplatz an der alten Brücke von Vins, 185 m
Das ist der Rückweg. Wir steigen schneller hinab und machen einen Bogen durch das Dorfzentrum von Vins.
Wenn wir aus dem Wald herauskommen, gehen wir knapp 100 Meter nach rechts, also in die Richtung, aus der wir gekommen sind.
Wenn der Weg eine leichte Kurve nach links macht, suchen wir einen Pfad auf der rechten Seite. Ein kleiner Steinhaufen markiert diese Stelle.
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Grosse Kurve auf dem Weg der Widerstandskämpfer von Terrain Vermicel
Der Weg führt steiler hinunter, als die Forststrasse auf dem Hinweg hinaufführte. Es ist ein kleiner, gut sichtbarer Pfad, der jedoch nicht markiert ist.
Dieser Nordhang heisst Mauvais Plantier, der Boden ist dort zweifellos nicht besonders fruchtbar.
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Abstieg über den Mauvais Plantier
Der Weg mündet in einen Pfad, den man überqueren muss. Der weitere Weg verläuft jedoch etwas weiter rechts.
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Versetzte Kreuzung unterhalb des Mauvais Plantier
Der neue Weg ist nun breiter. Man überquert den Kanal, den man zu Beginn der Tour gesehen hat, über eine Brücke.
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Der Weg vor der Brücke über den Kanal
Anschliessend geht es direkt am Caramy entlang.
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Der Weg am Ufer des Caramy
Man überquert den Fluss über die erste Brücke links.
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Kreuzung vor der Brücke Pont des Lonnes über den Caramy
Die Brücke führt zu Parkplätzen, und man geht in einer ziemlich geraden Linie auf die Departementsstrasse zu, die man überquert.
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Brücke Pont des Lonnes über den Caramy und der Felsen des Château Vieux
Links der Kreuzung befindet sich ein Fussgängerübergang. Man geht dann jedenfalls nach links weiter.
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Kreuzung mit der Route de Carcès
Diese Strasse verläuft zunächst parallel zur Departementsstrasse, es ist ein wenig angenehmer Abschnitt.
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Rue des Prés du Château
Etwa 700 Meter nach der Kreuzung mit der Departementsstrasse biegen wir links zum Schloss ab.
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Rue du Château
Seine vier Ecktürme sind mit Schiessscharten versehen. Es ist ein typisches Beispiel für eine mittelalterliche Festung. Doch im Laufe der Zeit wurden die rein defensiven Formen gemildert: die Sprossenfenster, die italienischen Loggien und der Ehrenhof sind im Renaissancestil gehalten.
Eingang zum Schloss von Vins an der Nordfassade
Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut, um dieses verlassene Land wieder zu besiedeln. Während der Revolution wurde es in Form von zehn Parzellen verkauft. Das Schloss verfiel, blieb aber bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts stehen. In den 1930er Jahren verlor es sein Dach, seine Balken und Fenster verfaulten. Die monumentalen Kamine sowie die Terrakotta-Fliesen wurden herausgerissen. Durch wiederholte Plünderungen und einen Brand stürzte die Haupttreppe ein. Auch die Hauptmauern stürzten ein. 1959 standen nur noch die vier Türme und die Südfassade.
Das Schloss wurde 1960 von einer Immobiliengesellschaft mit drei Eigentümer zusammen mit 5000m² Land gekauft. Sie richteten die Mauern wieder auf. Heute befindet es sich in Privatbesitz, ist aber für Konzerte, Besichtigungen und Empfänge geöffnet.
Besichtigungen sind nach Vereinbarung ab 10 Personen in den Monaten Juli, August und September von 10 bis 12 Uhr und von 14h30 bis 18h30 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf deren Website unter Château de Vins-sur-Caramy (nur französisch).
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Ostseite des Schlosses von Vins-sur-Caramy
Wir gehen weiter die Rue du Château entlang in Richtung Dorf. Wir überqueren eine Brücke und gehen dann ein Stück bergauf.
An der fünften Gasse biegen wir rechts ab. Das ist gegenüber der Kirche. Wir gehen hinauf bis zum Brunnen und zum Waschhaus.
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Ankunft im Dorf über die Rue du Château
Im Zentrum des Dorfes befinden sich das Waschhaus und der grosse, als republikanisch bezeichnete Brunnen. Die Marianne wurde von den Dorfbewohnern anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution durch eine Spendenaktion finanziert.
Die Marianne ist im antiken Stil gekleidet. Sie stellt die Göttin der Freiheit dar, die die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte sowie ein Schwert als Symbol der Gerechtigkeit in den Händen hält. Sie trägt einen Lorbeerkranz, das Symbol des Sieges.
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Der grosse Brunnen von Vins-sur-Caramy
Das Waschhaus ist sehr beschwerlich, da es bodennah angelegt ist. Es gibt Orte, an denen man keine andere Wahl hatte, aber hier ist das nicht der Fall, die Bauherren haben sich keine Mühe gegeben. Man hat es den Frauen überlassen, sich die Knie und den Rücken zu ruinieren, indem sie die Wäsche in dieser Haltung waschen mussten.
Nach dem Waschhaus zweimal rechts abbiegen. Man gelangt auf einen kleinen Platz mit der zentralen Bushaltestelle. Man überquert diesen Platz und biegt erneut rechts ab. Hier gibt es eine Bar, in der man sich erfrischen kann.
Anschliessend geht es zurück zur Strasse unterhalb des Zentrums und zunächst wieder in Richtung Schloss.
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Das Waschhaus von Vins-sur-Caramy
Wir gehen unter dem Bouleplatz hindurch und überqueren erneut die Brücke. Gleich danach führen rechts Stufen hinunter.
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Haus mit Turm
Die Treppe führt unter der Brücke hindurch, aber der Weg biegt schnell in die andere Richtung ab.
Die Brücke ist keine richtige Brücke, sondern eine Konstruktion, um die Senke des Tals zu überbrücken.
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Abstieg von der Rue du Château hinunter ins Vallon des Adrechs
Wir befinden uns im sehr wilden Park des Vallon des Adrechs. Hier kreuzen sich mehrere Wege. Wir gehen so weiter, dass wir in Richtung Süden und immer bergab wandern. Wir biegen also hier rechts ab.
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Abzweigung im Vallon des Adrechs
Der Weg über die Brücke führt zwar zu einer Bank in der Sonne, würde uns aber zurück ins Dorf führen. Wir gehen geradeaus weiter.
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Fussbrücke im Vallon des Adrechs
Wir gehen unter der Burg hindurch, ohne sie zu betreten. Der Weg verläuft an der Mauer entlang, und wir folgen ihr.
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Weg durch das Vallon des Adrechs unterhalb des Schlosses
Schliesslich müssen wir über diese Fussgängerbrücke auf die Strasse gelangen.
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Weg unterhalb des Schlosses
Wir biegen sofort links ab und befinden uns an der Kreuzung, die zum Parkplatz des Ausgangspunkts führt
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Fussbrücke unterhalb des Schlosses
Es empfiehlt sich, ein kurzes Stück links auf der Hauptstrasse zu gehen, um unter die Burg zu kommen. Von hier hat man einen guten Blick auf ihre West- und Südseite.
Anschliessend steigen wir zum Parkplatz in der Nähe der alten Brücke hinab.
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Das Schloss von Vins-sur-Caramy
Quelle und weiterführende Info
Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: Diese Tour befindet sich auf der Karte IGN "Brignoles, Le Luc", Massstab 1:25000, 3444OT.
Wenn du dich nicht mit einer Papierkarte herumschlagen willst, kannst du auch auf Karten-Apps am Handy zurückgreifen. Einerseits handelt es sich um die App Cartes IGN des amtlichen Kartendienstes. Allerdings benötigt es Zugang zum Datennetz und das ist in Schluchten oder abgelegenen Orten manchmal schwierig.
Alternativ kann man Apps nutzen, die Daten direkt auf dem Gerät speichern. Sie sind im Allgemeinen nicht kostenlos, kosten aber nicht viel. Wir verwenden hauptsächlich OSMAnd, Hier ist es möglich, Konturlinien, Reliefschattierungen, Markierungen und andere hinzuzufügen. Um diese Daten auf dem Handy zu speichern, benötigt man viel Platz.
Natürlich braucht es auch Zugang zu Satelliten für das GPS-Signal mit jeder App. In einigen Schluchten ist dies nicht der Fall. Verlasse dich daher nicht auf die angezeigte Position, sondern lies die Karte auf dem Handy so, wie du sie auf Papier lesen würdest. Die meisten Apps sind für Android und iPhone verfügbar. Die Anwendungen ermöglichen es in der Regel, die zurückgelegte Strecke aufzuzeichnen und auch die angebotenen GPS-Dateien zu jeder unserer Wanderungen einzublenden.
Keine Vervielfältigung ohne schriftlicher Zustimmung des Autors zulässig. (id8789)
Die sogenannte römische Dreibogenbrücke von Vins-sur-Caramy