Wanderung abseits der ausgetretenen Pfade von Provence-Guide.net - [de|fr]

Wanderung im weissen Kalk an der Blauen Küste des Massif de l'Estaque

Neben der Küste begleitet einen auch immer die eindrucksvolle Zugstrecke

Typ
Wanderung
Schwierigkeit
mittel
Dauer
3 h
öffentliche Verkehrsmittel
ja
Rundtour
mit Zug
Schutzhütte
Ortschaft
Ausrüstung
Bergausrüstung

Einführung

Von Westen kommend ist der Felsrücken des Massif de l'Estaque das erste ernst zunehmende Gebirge nach den Pyrenäen. Dazwischen gibt nur den Golfe du Lion mit seinen Stränden und Lagunen und unmittelbar westlich von unserem Kalkgebirge liegt die extrem flache Camargue. Der Kontrast ist enorm, allerdings sieht man nicht viel vom der Camargue, da der Blick vom Wanderweg in die Bucht von Marseille geht, bei klarer Luft sieht man jedoch einen Teil der Calanques östlich der grossen Stadt. Das Kalkgestein ist hier besonders weiss, die Küste steil und das Meer tief blau, ein Blau, das der Küste ihren Namen gibt: Côte Bleue. In kleinen Buchten kann man zu noch kleineren Stränden und hinab zum kühlen Nass steigen. Wir kommen auch durch einige bewohnte Buchten. Permanent begleitet uns die imposante Eisenbahnlinie von Miramas nach Marseille. Sie wurde 1915 eröffnet und ursprünglich für militärische Zwecke geplant, trotzte allerdings erfolgreich allen Stilllegungswellen von Nebenstrecken. So können wir heute den Weg in nur eine Richtung begehen und gemütlich mit dem Zug zurückfahren.

Mehrere Wanderführer der Côte d'Azur und der Provence beschreiben einen Küstenweg, der in der Regel als Sentier du Littoral angeschrieben ist und vom Conservatoire du Littoral, einer staatlichen Naturschutzeinrichtung, verwaltet und gewartet wird. Hier ist dies allerdings nicht so, jedenfalls findet sich hier nicht die hohe Qualität in Sachen Wegbeschaffenheit und Markierungen wie zum Beispiel auf der Halbinsel von Hyères weiter östlich. Auch kann man nicht immer der amtlichen IGN-Karte trauen. Vermerkte Wege sind teilweise privat, andere wiederum überhaupt nicht eingetragen. Somit gibt es zwischen Niolon und La Redonne mehrere sehr unterschiedliche Wegtypen, aber das macht auch den Charme der hier vorgestellten Wanderungen aus. Jede einzelne stellt eine kleine Herausforderung dar, anders wäre es ja fad.

Die Fakten

7,6 km Gesamtstrecke

3 h Gehzeit

220 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung einfach, mit einigen verwirrenden Verzweigungen in den Buchten

Markierung 100% der Strecke

55% leichte Wege

25% Nebenstrassen in der Stadt

10% querfeldein

5% ruhige Nebenstrassen

5% Treppen

<5% Feldwege

Gefahren Hangrutschungen und u.U. temporär gesperrte Wege

Kinder ja

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Bergschuhe, Wanderausrüstung und Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Startpunkts 43.340169,5.257002

GPS-Koordinaten (WGS84) des Endpunkts 43.828188,6.228047

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Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Gleise an der Côte Bleue

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Côte Bleue wird nicht durch eine Küstenstrasse verunstaltet, nur der Zug führt relativ hoch oben durch, das ist gut für alle, die etwas Ruhe suchen! Rund 15 Verbindungen zwischen 7 und 20 Uhr ermöglichen es, in einer halben Stunde von Marseille anzureisen. Das ist ideal, man braucht sich weder zu stressen, noch irgendwo lange zu warten. Zwischen La Redonne und Niolon beträgt die Fahrdauer lediglich 7 Minuten. Unter TER PACA (nur französisch) sind die Fahrzeiten einsehbar, nach folgender Strecke suchen: Ligne 07 Marseille-Miramas via Rognac & Port de Bouc.

Zufahrt

Es wurde bereits unter öffentliche Verkehrsmittel erwähnt: es gibt keine direkte Strassenverbindung entlang der Küste. Auch sind die Parkmöglichkeiten sehr beschränkt. Man reist normalerweise über die A55 (Autobahn Marseille-Martigues) an, fährt bei Gignac ab und quert dann das kleine Massiv von Norden nach Süden über Le Rove und kommt auf der D48 direkt nach Niolon. Der Start der Tour ist rechts vor der Unterführung unter der Bahnlinie, am Ende des Chemin des Poseurs.

Sinnvolle Parkplätze

Die Situation ist ziemlich einfach, es gibt faktisch keine Parkplätze in Niolon (und noch weniger in La Redonne). In Niolon geht es nur rechts vor dem Ortsschild (auch Sackgassenschild und Altglascontainer). In der Nebensaison gibt es einige Stellplätze rechts vor der Unterführung unter der Bahnlinie. Das ist der Chemin des Poseurs und zugleich der Ausgangspunkt dieser Tour.

Tipps

Diese weisse Küste ist steil und nach Süden ausgerichtet, es gibt kein Trinkwasser ausserhalb der Ortschaften. Bei Schönwetter wird es zu allen Jahreszeiten heiss sein, im Sommer sollte man die Mittagszeit meiden. Auf den ersten 5 km gibt es keine Alternative zum Weg und gar keine Siedlungen. Ab Méjean gibt es Zufahrtsstrassen. Zwischen Niolon und La Redonne hat der Zug keine weitere Haltestelle. Ab der Calanque de Méjean müssen das erste Kap und eventuell auch weitere Abschnitte nördlich auf der Asphaltstrasse umgangen werden. Dieser Wegabschnitt ist wenig einladend, jedoch nagt das Meer am brüchigen Gestein und so wurden einige Wegabschnitte weggespült. Natürlich sind auch die Villenbauten zu nahe am Ufer schuld.

Der Weg ist einfach, aber wir befinden uns in einem Naturraum in Bewegung. Es kann sein, dass Bäume umgefallen oder Wegabschnitte abgerutscht sind. Besonders in der Nebensaison und nach dem Winter kann es zu Behinderungen kommen da die Wege nicht regelmässig durch eine anerkannte Organisation gewartet werden.

Dieser gesamte Küstenabschnitt ist einer starken Waldbrandgefahr ausgesetzt. Im Sommer, aber auch zu anderen Zeitpunkten, wenn Trockenheit und starker Wind zusammentreffen, wird der Zutritt zu den Waldmassiven geregelt, eingeschränkt oder verboten. Das kann das Fahren und Parken auf Strassen betreffen, aber auch das Begehen von Wanderwegen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Die Calanque de l'Érevine liegt auf unserem Weg

Die Abschnitte

  • Niolon - Méjean: der eindrucksvollste Teil.
  • Méjean - La Redonne: bewohtne Buchten.
  • Keine Verpflegungsmöglichkeit ausserhalb der grösseren Buchten.

    Abschnitt 1: Niolon - Méjean

    4,8 km ... 1 h 45 min 100 m 115 m einfach

    10% ruhige Nebenstrassen, mit wenig Markierungen

    90% leichte Wege, mit wenig Markierungen

    Die Anhaltspunkte

    Das Herzstück der Wanderung: nur das Meer, der Weg und die Eisenbahnlinie.

    vers = nach
    arrêt = Haltstelle
    fort = Festung

    Der Chemin des Poseurs führt nur zu einem Haus und ist ein Anwohnerparkplatz entlang der Eisenbahngleise. Am westlichen Ende nehmen wir den Weg parallel neben der Schienen. Die Calanque du Jonquier ist eine kleine Bucht und ein Seitental wie viele andere entlang des Wegs. Wir gehen all diese kleinen Täler aus, die Eisenbahnstrecke hingegen quert sie meist auf grossen Viadukten. Wir queren öfters die Bahnstrecke, immer unter Bögen oder über Brücken. Nie auf den Bahnkörper steigen, es fahren hier rund 50 Züge am Tag!

    Zug in Niolon an der Côte Bleue

    Der Chemin des Poseurs ist rechts der Gleise

    Die Calanque du Jonquier stellt auch die erste Möglichkeit dar, um zum Meer abzusteigen, auch wenn es eher mühsam über den Schotter und zwischen den Viaduktpfeilern zu einem kleinen und steinigen Strand führt. Beachte bitte, dass nicht alle Felsbuchten einen Abstieg ermöglichen: nur runtergehen wenn ein Weg gut sichtbar hinunterführt. An heissen Sommertagen kann ein Bad im Meer Erfrischung spenden, aber man sollte nicht zu weit hinausschwimmen, da die Boote recht nahe vorbeiflitzen können.

    Bevor man zur Bucht absteigen kann, gibt es eine Verzweigung. Unser Weg führt links hangquerend weiter. Für Leute mit mehr Zeit und ausreichend Energie lohnt ein Abstecher recht hinauf zur Festung von Niolon. Es handelt sich um eine militärische Anlage vom Ende des 19. Jahrhunderts. Im zweiten Weltkrieg hatten die deutschen Nazis hier einen Küstenwachposten installiert, aber seitdem ist das Areal verlassen. Man muss steile 150 m ansteigen, von oben hat man einen guten Blick über die Côte Bleue. Der Weg ist gelb markiert, nicht verfehlbar und führt nach Ensuès weiter.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Bahnviadukt in der Calanque du Jonquier

    Der Weg tritt wieder aus der Bucht durch einen Bogen unterm Viadukt heraus. Man befindet sich somit zwischen der Bahnlinie und der Küste. Die Markierung ist mangelhaft bis nicht vorhanden, aber man kann sich kaum verlaufen. Man sollte nie zu lange gegen Norden ansteigen und bis zur Calanque de l'Érevine nie zum Meer absteigen, weil die Küste hier viel zu steil ist. Das gilt vor allem für die schluchtartige Calanque du Riflard. Dies ist auch sicher der schönste und wildeste Abschnitt dieser Wanderung.

    Wild bedeutet auch, dass der Weg nicht immer im besten Zustand ist. Bäume können umgefallen oder Steine nachgerutscht sein und am Weg liegen. Wenn so ein Hindernis auftritt, sollte man möglichst so vorbeikraxeln, dass man nahe am ursprünglichen Weg bleibt, da es in den steilen Küstenabschnitten kaum brauchbare Alternativen zum ursprünglichen Weg gibt.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Umgestürzter Baum am Weg

    Wir bleiben weiter unterhalb der Bahn bis die Trasse in einem Tunnel verschwindet. Wie am Beginn der Wanderung ist der Hang wieder sehr steil und der Weg wendet sich nach rechts in ein Tal hinein. Anscheinend wurde der Wegverlauf mehrmals verändert, jedenfalls liegt nun ein kleiner Tunnelabschnitt viel zu hoch. Heute führt der Pfad zwischen der Felswand und einer Felszinne hindurch und in das mit Schotter gefüllte Tälchen hinein. Blickt man nun nach oben, kann man die Festung Fort Niolon Haut erkennen. Wir kommen nahe an die Bahntrasse heran, die hier in einer geschlossenen Galerie verläuft. Man befindet sich hier über der Calanque du Riflard, einer Bucht, die nur einen feindlicher Einschnitt in diesem fast vertikalem Küstenabschnitt darstellt, hier absteigen ist unmöglich. Achtung auf der steilen Böschung!

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Weg über der Calanque du Riflard

    Beim Voranschreiten sieht man den ovalen Felsen Le Moulon an der Küste. Er bildet eine Halbinsel nach der Calanque du Riflard. Will man dort hinausklettern, macht man das besser auf halber Höhe an der Ostseite.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Le Moulon, 48 m, von Osten gesehen

    Le Moulon wirkt abstossender auf der anderen Seite

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Le Moulon, 48 m, von Westen

    vers = nach
    pont = Brücke
    port = Hafen

    Der Weg geht weiter über der Küste entlang. Die Bahn verläuft wieder in einem Tunnel. Achtung, der Kalk ist hier durch die vielen Wanderer glattgeschliffen und kann rutschig sein!

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Glattgegangener Kalk am Küstenweg

    In der folgenden Bucht steht ein gemauerter Turm, der wohl aus der Zeit des Bahnbaus stammen muss. Später kommen wir auch bei einem aufgelassenen Steinbruch vorbei.

    Einen Zugang zum Wasser gibt es erst nach dieser brösligen Schlucht!

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Calanque de l'Érevine

    Die Calanque de l'Érevine ist ein bisschen wie die erste grössere Bucht der Wanderung (Calanque du Jonquier), ein Viadukt überspannt sie. Hier kann man ebenso absteigen, der Strand ist sogar etwas breiter und offener.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Bahniadukt bei der Calanque de l'Érevine

    Gegenüber ist die Insel Île de l'Érevine, auf der ein Leuchtfeuer installiert ist. Die Insel liegt keine 100 Meter vom Festland entfernt, aber ihre Nordküste ist zu steil zum Anlanden. Von Osten geht man sie am Besten an, dadurch wird die Schwimmstrecke aber grösser.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Île de l'Érevine, 27 m

    Nach der Bucht führt der Weg wieder nördlich der Gleise entlang, kommt durch ein unnatürlich wirkendes Steinbruchfeld und macht auch einen Haken weiter hinauf nach Norden über einen kleinen Kamm.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Pfad neben der Bahnline der Bleue zwischen Miramas und Marseille

    Nach dem unerwartet steilen Anstieg steht man auf dem Kamm, zurückblickend erkennt man Marseille.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    La Côte Bleue

    Aber der Küstenwanderweg ist noch nicht zu Ende: wir steigen wieder ab und queren die Gleise auf einer Fussgängerbrücke.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Fussgängerbrücke am alten Weg der Zöllner der Côte Bleue

    Ab nun bleibt die Bahnstrecke weiter hinten im Land. Wir werden sie nur noch ein Mal in La Redonne kreuzen, um zum Bahnhof zu gelangen. Der Zustand des Wegs wird besser, aber es geht auch mehr über unregelmässige Stufen auf und ab. So wandern wir über die noch naturbelassene Ostflanke des Cap Méjean.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Stufen am Küstenweg der Côte Bleue

    Hinter dem Kap erwartet uns eine andere Bucht. Sie ist wesentlich grösser als die vorangehenden, es gibt eine Hafenanlage und ein Dorf samt kleiner Kneipe. Wir sind wieder in der Zivilisation angelangt, und sie wird uns im zweiten Abschnitt weiter begleiten.

    Unter Pinien gelangen wir direkt an den Hafen, der sich über zwei Einzelbuchten erstreckt.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Port Méjean

    Abschnitt 2: Méjean - la Redonne

    2,8 km ... 1 h 15 min 120 m 100 m mittel

    60% Nebenstrassen in der Stadt, mit wenig Markierungen

    25% querfeldein

    10% Treppen, mit wenig Markierungen

    5% Feldwege, mit wenig Markierungen

    Die Anhaltspunkte

    Achtung! Auf diesem Abschnitt der Wanderung kann der Küstenweg teilweise oder zur Gänze gesperrt oder unpassierbar sein. Das hängt vom Zustand des Wegs ab (bzw. von der theoretischen Möglichkeit der Sanierung durch die Gemeinde), aber auch von Wind und Wetter wenn der Wellengang zu stark ist. Im schlimmsten Fall muss man alles weiter hinten im Landesinneren am asphaltierten Chemin de Méjean umgehen So gelangt man unterhalb der Bahntrasse nach La Redonne.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Port du Grand Méjean

    Nicht am Kai vorgehen, sondern die Strasse rechts hinauf.

    Der Weg verläuft am Rand der Felsstufe und neben Zäunen von privaten Gärten. Wenn ein Wegabschnitt unpassierbar ist, gibt es nur die Ausweichmöglichkeit über die Strasse.

    Ein Abschnitt am Wasser ist gänzlich ohne ersichtlichen Weg und Markierung.

    vers = nach
    port = Hafen

    Zwischen der Bucht Le Méjean und der Calanque des Figuières ist der Fels sehr lose und angegriffen. Häuser stehen weiter oben direkt an der Kante. Hier gibt es keinen Weg unterhalb durch, wir müssen eine Umgehung über folgende Dorfstrassen in Kauf nehmen: über den Chemin du Tire-Cul gelangen wir von der Bucht Le Grand Méjean in die Bucht Le Petit Méjean. Hier ist es sinnlos am Kai vor ans Wasser zu gehen, es gibt vorne kein Durchkommen. Wir steigen rechts über den Chemin de Méjean an, kommen über einen flachen Sattel (rechts ist die Bahntrasse sichtbar) und steigen über den Chemin des Figuières zum Hafen des gleichnamigen Orts ab. Bis zum westlichen Kap vorgehen (das nach Osten zeigt), über die Treppen hoch und über den schmalen betonierten Weg zwischen Zäunen durch.

    Das Kärtchen zeigt einen schwarz schraffierten Abschnittsbeginn, der möglicherweise gesperrt ist. Der dunkelgrau strichlierte Weg im Westen am Chemin de Méjean ist die Alternative, um alles zu umgehen. Der strichlierte Pfad zwischen diesen beiden ist eine alte stark verwachsene Route.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Landzungen zwischen der Calanque des Figuières und der Calanques du Méjean

    Im Vordergrund der Weg zur Calanque des Anthénors

    Alternative: Der Weg kann ab der Calanque de Figuières gesperrt oder unpassierbar sein. Wenn er durch eine ausgehängte Gemeindeveordnung (Arrêté municipal) gesperrt ist, dann vor allem weil der Weg in der Bucht von Anthénors fehlt. Man kann trotzem weitergehen, aber das Meer muss ruhig sein, sonst ist die Brandung zu stark und die Steinschlaggefahr zu gross. Als Ausweichmöglichkeit steht nur das Umdrehen und das Zurückgehen zum Chemin de Méjean zur Verfügung. Dort links und weiter bis La Redonne gehen. Die anderen Zustiege zur Calanque des Anthénors sind privat und man kommt nicht durch (Tore und Zäune). Es gab einen Weg an der oberen Abbruchkante der kurz vorm Hafen zugänglich war, man musste steil in den Hang ansteigen, eine Privatstrasse (Tor links) queren und weiter entlang eines Zauns ansteigen. So kam man in die Calanque des Anthénors, allerdings war der Zustieg vom Hafen 2011 zugewachsen.

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    Hafen und Calanque des Figuières

    Nach dem Weg am Kap und an den Zäunen vorbei kommen wir in eine Art Tal neben einer senkrecht stehenden Felsscholle. Alles führt zum Meer hinab (Photo). Der Weg löst sich in Luft auf und wir gehen über Felsen weiter, immer entlang des Wassers. Die Felswand rückt bedenklich näher, hier sollte man nicht verweilen, denn besonders nach Regen können Steine aus der Wand brechen. Die Szenerie ist wüstenhaft und da der Zustieg schwierig bis verboten ist, ist hier ein FKK-Treff entstanden.

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    Calanques des Anthéors von Osten

    vers = nach
    clôture = Zaun
    privé = privat
    port, madrague = Hafen
    arrêt = Haltestelle

    Wenn man nach den Felsen ums Eck blicken kann, sieht man weiter vorne eine kleinere Bucht mit Felsen davor im Wasser: das ist die eigentliche Calanque des Anthénors und unser nächstes Ziel. Hier angekommen steigen wir über Stufen an und gelangen auf einen schmalen Weg zwischen Abgrund links und Zäunen rechts. Dieser Pfad mündet in die Gasse Corniche des Anthénors, diese führt uns direkt an den Hafen von La Redonne.

    Die Karte zeigt schwarz schraffiert Abschnitte, die möglicherweise in und nach der Calanque des Anthénors gesperrt sind. Dunkelgrau strichliert ist die grosse Ausweichroute über den Chemin de Méjean entlang der Eisenbahn. Wenn man es bis zur Calanque des Anthénors geschafft hat und hier ansteht, kann man rechts über die rot strichlierte Forststrasse hoch bis zu einem Zaun (clôture) gehen.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Felsküste der Calanques des Anthéors

    Alternative: die Treppen von der Calanque des Anthénors nach Westen hoch können gesperrt und/oder unpassierbar sein. Das Meer nagt an der Kante und der Küstenwanderweg ist der erste der gegebenenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird. In diesem Fall auf der Forststrasse ansteigen, die erste Abzweigung links (vorne rechts ist ein Haus) nehmen und weiter ansteigen. Bei der nächsten Kreuzung scharf rechts und hinauf. Man kommt so zur Strasse zwischen Méjean und La Redonne. Bevor man zur Strasse gelangt, muss man noch ein Tor passieren oder den Zaun daneben überklettern, wir sind nämlich meerseitig durch ein Privatgrundstück marschiert. Das ist recht unangenehm, die Gemeinde Ensuès-la-Redonne täte gut in die Wiedererichtung des Küstenwegs zu investieren, um Touristen und Einheimischen diese schöne Wanderung zu ermöglichen.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Hafen von La Redonne an der Blauen Küste

    Auf der Umgehungsroute am Chemin de Méjean und vor La Redonne kann man links in die Avenue Martin abbiegen und anschliessend rechts über Treppen in die Corniche des Anthénors und gerade aus weiter zum Hafen absteigen.

    In La Redonne kann man kurz am Hafen spazieren, auch wenn das Herumklettern auf der Mole nicht empfohlen wird (Photo).

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Komische Schilder in La Redonne

    La Redonne ist etwas grösser als die anderen Dörfer entlang unserer Route: es gibt ein Gasthaus (Auberge des Calanques) und man kann hier gut seinen Durst löschen während man auf den Zug wartet.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Calanque de la Redonne

    Ein wenig Energie sollte man noch für den Anstieg zum Bahnhof aufsparen, denn dieser ist weit oben über dem Dorf. Achtsame Wanderer werden das typische historische Gebäude bereits erkannt haben. Die Strasse hinauf ist eindeutig: sie heisst Chemin de la Gare.

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    Bahnhof von La Redonne-Ensuès

    Quelle und weiteführende Info

    Diese Wanderung ist von diesem Buch inspiriert: "Sentiers du littoral méditerranéen: Randonnées de Marseille à Saint-Tropez" ("Mediterraner Küstenwege, Wanderungen von Marseille nach Saint-Tropez"), von Pierre Garcin und Nicolas Lacroix, Verlag Glénat, Serie Montagne Randonnée, ISBN 987-2-7234-6259-4 (nur auf französisch). Bei Interesse an weiteren Abschnitten des Küstenwegs hilft dieses Buch mit guten Wegbeschreibungen, vielen schönen Fotos und Karten. Es werden allerdings die Küstenabschnitte linear von West nach Ost beschrieben und keine Rundtouren angeboten.

    Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs, auch wenn auf diesem Blatt nicht alle Wege richtig vermerkt sind: die Tour befindet sich auf der Karte IGN "Étang-de-Berre, Istes, Marignane, Martigues", Massstab 1:25000, 3144OT.

    Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

    Private Gärten, die eine Errichtung eines Küstenwanderwegs hier verhindern

    Die Informationen zu dieser Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2011 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor, Danke!