Wanderung abseits der ausgetretenen Pfade von Provence-Guide.net - [de|fr][Datenschutz]

Sauts du Cabri

Durch den Wasserfall in der Schlucht des Caramy

Typ
Kraxeln
Schwierigkeit
mittel
Dauer
1 h 30 min
öffentliche Verkehrsmittel
nein
Rundtour
ja
Schutzhütte
nein
Ausrüstung
Bergausrüstung

Einführung

Der Caramy ist ein Bach im Kalkbereich hinter der Küste. Nicht weit nach der Quelle hat das Gewässer eine kleine Schlucht ausgebildet, die aber alle Merkmale und Qualitäten von grossen Canyons weiter im Norden aufweist. An der Engstelle befindet sich der Wasserfall Sauts du Cabri, er besteht aus einer Vielzahl kleiner Wasserfälle, die mehr oder weniger vom herabgefallen Blockwerk bedeckt sind. Unsere Route führt direkt durch das Labyrinth aus Felsen und Wasser. Wenn sich das Tal öffnet und der Bachlauf ruhiger wird, furten wir und steigen wieder auf das Plateau hinauf. Hier erwartet uns ein neu angelegter Abschnitt des GR99 durch ein wildes Karstgebiet. Die Weglänge ist kurz, die Höhenunterschiede gering, die Tour ist aber sehr anspruchsvoll einzustufen.

Die Fakten

4 km Gesamtstrecke

1 h 30 min Gehzeit

90 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung schwierig im engen Schluchbereich

Markierung 50% der Strecke

45% Forststrassen

20% ausgesetzte Pfade

15% mittelschwere Wege

10% Wege mit Kletterpassagen

5% im Bachbett

Gefahren Hochwasser, Felssturtz

Kinder ab 12 Jahre mit entsprechender Erfahrung

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Bergschuhe, Wanderausrüstung und Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.364972,5.913322

Downloads GPX, KML (Rechtsklick, speichern unter...)

Öffentliche Verkehrsmittel

Kein öffentliches Verkehrsmittel führt annähernd an den Ausgangspunk der Tour heran. Sogar der Ort Mazaugues ist nur mit einem Schulbus mit Brignoles verbunden, dieser verkehrt zu gänzlich untauglichen Zeiten. Tourves befindet sich 10km im Nord-Osten, dieser Ort liegt an einer wichtigen Ost-West-Achse. Informationen zur Anreise unter PACA Mobilité (auch deutsch), suche unter Zeitpläne die Gemeinde Tourves und die Haltestelle Halte Routière. Von Tourves braucht man dann noch ein Taxi, dem man die Angaben weiter unten machen oder zeigen muss: Zufahrt auf französisch. Von Mazaugues kommt man abseits von stark frequentierten Verkehrswegen in zwei Kilometern zur Tour.

Zufahrt

Die Runde befindet sich in einem weder besiedelten noch bewirtschafteten Gebiet südlich zwischen Saint-Maximin-la-Sainte-Baume und Brignoles (Ausgangspunkt GPS 43.364972, 5.913322).

Von Saint-Maximin kommend, nimmt man die D4 nach Mazaugues. Man quert den Canal de Provence und bleibt auf der darauffolgenden Kreuzung gerade aus. Später führt die Strasse über zwei markante Kehren, welchen weitere enge Kurven folgen. Man erreicht so das Plateau und die Strasse wird gerader. Nun hält man Ausschau nach einem Denkmal linker Hand. 400 Meter weiter auf der Strasse kommen wir in einem Bereich mit einer Vielzahl abzweigender Forststrassen. Hier liegt der Ausgangspunkt. Wenn man einen Transformator rechts sieht, dann ist man 50 Meter zu weit gefahen.

Von Brignoles folgt man der Beschilderung nach Tourves und weiter nach Mazaugues. Man gelagt über zwei markante Kehren und folgt den Beschreibungen weiter oben von Saint-Maximin.

Von Mazaugues folgt man der Beschilderung nach Saint-Maximin. Wenn man rechter Hand ein Photovoltaik-Feld sieht, befindet man sich 500 Meter vor dem Ausgangspunk. Wenn man an einem Trafo linker Hand vorbei fährt, ist man in 50 Metern da.

Sinnvolle Parkplätze

Neben der Strasse gibt es überall Platz zum Parken. Man kann auch 500 Meter über eine holprige und ausgewaschene Forststrasse in Richtung Schlucht vorfahren. Man quert eine Betonbrücke in marodem Zustand und kurz darauf folgt ein grosser offner Platz zum halten.

Photo © mit freundlicher Genehmigung übernommen von: Alex Medwedeff

Blick vom Damm am Caramy in die Engstelle der Sauts du Cabri

Tipps

Die Tour sollte an Regen- und Gewittertagen gemieden werden. Auch nach langen Regenfällen ist zu viel Wasser in der Schlucht. Nicht an Stellen bergab springen, wo man nicht mehr zurück könnte. Die Orientierung ist schwierig und man muss immer auch den Rückweg finden können. Hochwasser und Felsstürze können die Situation vor Ort verändern oder Durchgänge unmöglich machen. Nicht alleine durch die Schlucht gehen, hier kommen nur sehr wenige Leute vorbei. Bei allen Öffnungen im Boden besonders achtsam sein, auch am markierten Weg am Plateau (Abschnitt 3). Als Unterstand kann man nur die natürlichen Felsvorsprüngenach den Schlüsselstellen nutzen.

Der GPS-Empfang ist in der Schlucht sehr schlecht und abschnittweise unmöglich. Die Geräte zeigen falsche oder unterbrochene Tracks an. Rund um die Engstelle muss den Anweisungen im Text folge geleistet werden, folgt man dem GPS-Signal, würde man am falschen Ufer gehen!

Es gibt keine Trinkwasserquellen im Verlauf der Wanderung. Der Bach fliesst durch ein ehemaliges Bergwerksgebiet und bietet daher kein sicheres Trinkwasser.

Die Abschnitte

  1. Der holprigen Forststrasse folgen und in das Bachbett wechseln. Die Schwierigkeiten beginnen am Ende dieses Abschnitts.
  2. Durch die Steinbrocken und über den Wasserfall, den Bach furten und auf das Plateau hinauf zurück.
  3. Dem Weitwandereg GR99 durch die Karstzone folgen und zurück zum Ausgangspunkt.

Abschnitt 1: D64 - Barrage de la mine

1 km ... 20 min 0 m 20 m anspruchsvoll

55% Forststrassen, ohne Markierung

20% mittelschwere Wege, ohne Markierung

25% Wege mit Kletterpassagen, ohne Markierung

Die Anhaltspunkte

  • D64, 360 m
  • Brücke, 360 m
  • Flussbett des Caramy, 350 m
  • Alter Damm, 340 m

Ein einfacher Anfang der Tour, doch schon am Ende dieses Anschnitts wird es kompliziert.

Achtung! Die Empfehlungen weiter oben gelten ab dem Ende dieses Abschnitts!

monument = Denkmal
pont = Brücke
vers = nach

Der Ausgangspunk ist unter der Zufahrt mit dem Auto erklärt. Man findet hier eine Forststrasse, welche grunsätzlich gerade nach Osten verläuft, aber in diesem flachen Bereich gibt es viele Verzweigungen und die vorangehende Fahrer haben manchmal parallele Wege gesucht. Man muss stur in dieser Richtung weiter, denn zuletzt führt nur diese Forststrasse über die einzige Brücke, die wir queren müssen. Die alte Stahlbetonkonstruktion ist arg ramponiert, das Stahl der Armierung schaut bereits heraus.

Dieser ganze Zugangsbereich, die Brücke, die Bauten in der Schlucht und auch weiter im Osten gehen alle auf ein grosses Bauxit-Bergwerk zurück, welches hier bis 1985 aktiv war. Rund 10 Schächte gingen bis zu 300 Meter tief in den Boden. Grosse sterile Flächen sind alte und einplanierte Abraumhügel. Das ehemalige Schürfgebiet befand sich zwischen Mazaugues im Süden und Tourves im Norden.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Gelbe zwergenhafte Schwertlilie im Karstgebiet

pont = Brücke
vers D64 = zur Strasse D64
cairn = Steinmann

Der kleine Bach unter der Brücke ist der Caramy, er ist für die Schlucht weiter flussabwärts verantwortlich. Ca. 15 Meter nach der Brücke zweigt links ein Weg nach Norden ab, diesen nehmen wir, um in die Schlucht zu gelangen. Er wird schnell zu einem schmalen Pfad, welcher entlang einer Felskante weiterführt. Die Stufe ist nicht besonders hoch, beim Voranschreiten sehen wir einen weiteren Weg auf der unteren Ebene, wir müssen dort hinunter und suchen einen Abstieg zwischen den Felsen. Hier in der selben Richtung weiter.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Weg an der Felskannte flussabwärts der maroden Brücke

Man erblickt zwischendurch den Bach durch die mit Flechten überzogenen Eichenäste. Doch unser Weg führt und vom Bachbett weg und wir halten links Ausschau nach einem Steinhaufen, der den Abstiegt zum Wasser markiert (Photo).

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Steinmann beim Abstieg ins Flussbett

Unten angekommen gehen wir am gleichen Ufer flussabwärts. Wir wechseln vorerst nicht das Ufer. Man geht über Felsen und Schotterflächen, der Weg ist recht gut zu erkennen.

Achtung: wenn man hier schon nicht mehr durchkommt ohne tief durch das Wasser zu waten, so sollte man umkehren, denn die Engstelle weiter unten könnte überschwemmt und unpassierbar sein. In diesem Fall kann man doch noch einen Grossteil der Tour geniessen indem man zum Steinmann zurückkehrt und sich links hält. Man kommt so auf die Forststrasse am Ende des Abschnitts 3 und auf den Weitwanderg GR99, den man hin und zurück begehen kann.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Im Flussbett des Caramy, noch vor den Wasserfällen

Beim Vordringen verengt sich die Schlucht langsam. Mehrere grosse Felsblöcke scheinen den Weg zu versperren. Man muss sie oft rechts umgehen, also zwischen Felsblock und der Felswand der Schlucht. Manchmal steigt der Weg auch an, doch er kommt nach der Engstelle wieder auf das ursprüngliche Niveau.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Weg zwischen Felsen oberhalb der Wasserfälle

Trotzdem steigt der Weg langsam an, der Bach plätschert weiter unten dahin, nun auch immer öfters vollkommen mit grossen Felsen bedeckt. Man wandert somit auf einer Hangschulter rund 15 Meter über Wasser. Durch Bäume erkennen wir bald einen alten Staudamm im Bachbett.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Erste Ansicht des alten Damms am Caramy

Wir müssen dort hinunter, aber zuvor geht es hangquerend weiter. Teilweise muss man auch über ausgewaschene Felsrinnen, Äste und Wurzeln bieten jedoch gute Haltegriffe.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Mit Hilfe der Wurzeln kommt man über diesen Wegabschnitt

barrage = Damm
sous surplomb = unter Überhang
remontée en amont = flussaufwärts
pont en ruine = kaputte Brücke
corniche = Felsrand

Unser Weg gelangt in einem steilen und bewaldeten Felsbereich, hier scheint er sich zu verlieren. Unten links befindet sich der Damm. Wenn wir genau auf dessen Höhe sind, gehen wir noch ein wenig auf dem felsigen Untergrund vor. Hier kann man alte, in den Fels geschlagene Stufen erkennen, die schräg nach unten führen! Sie sind stark abgenützt, helfen uns aber zum Damm hinunter zu kommen.

Dieser Damm kanalisierte Wasser in einem Druckrohr, daraus wurde weiter unten Strom für die das Bauxit-Bergwerk gemacht. Man kann über die Mauerkrone vorgehen, das Bauwerk ist noch gut in Schuss. Von der Mitte sehen wir, dass wir noch am oberen Ende des Abbruchs sind, wo sich die Sauts du Carbi hinunterstürzen. Der Abstieg beginnt hier.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Abstieg auf alten Stufen zum Damm im Caramy-Flussbett

Der weisse Fels neben dem Baumstamm ist die Dammkrone.

Abschnitt 2: Sauts du Cabri

1 km ... 30 min 70 m 20 m sehr anspruchsvoll

25% Wege mit Kletterpassagen, ohne Markierung

10% mittelschwere Wege, ohne Markierung

30% im Bachbett, ohne Markierung

35% mittelschwere Wege, ohne Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Alter Damm, 340 m
  • Felsüberhang, der Wasserfall und die Mine, 330 m
  • Caramy furten, 320 m
  • Aufstieg auf das Karstplateau, 390 m

Wir schreiten rechtsufrig durch das Blockgewirr, queren später trocken auf die andere Seite in eine grosse Halbhöhle. Weiter unten queren wir wieder den Bach und steigen auf das Plateau im Osten an. 2018 befanden sich in den schwierigen Stellen rosa Markierungspunkte, die jedoch weder offiziell noch konsequent angebracht sind.

Achtung: nie von einem Fels zum anderen springen ohne einen Rückweg zu haben. Der Text und die Bilder beschreiben die einfachste Route genau, jedoch Hochwasser und Felsstürze können die Lage verändern oder verschlechtern.

Saut heisst Sprung und Cabri, provenzalisch, heisst Ziege. Es handelt sich also nicht um einen grossen Wasserfall sondern um viele kleine Ziegensprünge.

Wir kehren zum Punkt zurück, wo wir auf die Dammkrone gelangten. Auf dieser Seite führen auch Reste von gemauerten Stufen abwärts zu einem flachen Felsen am Wasser.

Die folgenden Meter verlaufen immer am rechten Ufer und so nahe wie möglich an der Felswand. Einige Durchstiege können mit Treibholz verstopft sein, man wird darüber klettern oder sogar seinen Weg freiräumen müssen.

Das Photo zeigt den ungefähren Wegverlauf oberhalb und unterhalb des Damms. Es wurde am Damm aufgenommen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Wegverlauf über und unter dem Damm im Flussbett

Eine erste Engstelle muss durchschritten werden, unter Umständen muss man den Rücksack abnehmen und sich entsprechend verwinden, um durchzukommen.

Das Bild zeigt den Ausschnitt des oberen wo der Pfeil eingtragen ist. Man sieht man eine diagonale Öffnung über dem Treibholz, hier müssen wir durch!

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Schmaler Durchstieg unterhalb des Damms

Unmittelbar danach erwartet uns eine weitere schwierige Stelle, obwohl wir knapp dahinter einen einfacheren Weg ausmachen können.

Ein neuerer und kantiger Stein ist herabgefallen und liegt ungut in einer Mulde. Man kann nicht rechts hinter dem Felsen durch und man muss links um ihn herum. So müssen wir auf den rundlicheren Felsen dahinter klettern.

Das Photo zeigt den empfohlenen Wegverlauf.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Wegverlauf am einem Felsen unterhalb des Damms

Hinter dem rundlicheren Felsen müssen wir rund zwei Meter mehr schlecht als recht in das Loch hinab. Das geht, wenn man den Felsen gegenüber zur Hilfe nimmt. Unten in der Mulde liegt Treibholz, dieses sollte man vor dem Belasten mit dem ganzen Körpergewicht auf Tragfähigkeit testen. Danach sogleich weider gegenüber hinauf.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Ansicht vom runderen Felsen flussabwärts.

Wieder in einfacherer Umgebung, gehen wir in die sich aufweitende Schlucht vor. So verlassen wir erstmals ein wenig die rechte Felswand.

Wir peilen zuerst die rötliche Abraumhalde hinten an, aber nach den letzten Bäumen halten wir uns mehr links.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Von den Felsblöcken hinaus in den Talboden

Wir gelangen auf eine offene Stelle mit sandigem Boden, doch vor uns stellen sich wieder Felsblöcke auf, hier handelt es sich um grosse Quader mit relativ flacher Oberfläche. Auf diesen Felsen werden wir den darunter fliessenden Bach queren, ihn aber hier nicht zu Gesicht bekommen. Wir halten eine strikte Nord-Richtung beim Queren bei.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Blick zurück nach den Engestellen zwischen den Felsen

Indem wir auf Felsen aufsteigen, queren wir den Bach.

Man steigt in der Spalte mit dem Baum rechts im Bild ab.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Abstieg von den flachen Fels zum linken Ufer

Wir springen von Fels zu Fels. Gegenüber treffen wir wieder auf rundere Felsen, die mit Moos bewachsen sind. Vorne erblicken wir einen rötlichen Erdhang, es handelt sich um Abraum vor einem Mineneingang, an welchem wir später vorbeikommen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Ausstieg zum linken Ufer des Caramy

Unter den Bäumen halten wir uns allerdings links und gehen unter den Felsüberhang vor. Links oben sehen wir zu unserer Abstiegsroute und auch zum Wehr zurück.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Blick zurück zum alten Damm

Rechts können wir unter dem Felsvorsprung rund 50 Meter lang hochgehen. Man kommt bei einem flachen Höhleneingang und Graffiti von Minenarbeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorbei. Allerdings endet dieser breite und natürlich überdachte Weg ohne Ausstiegsmöglichkeit in der Felswand.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Überhang in der linksufrigen Felswand des Caramy

Für den weiteren Verlauf gehen wir aus dem Felsüberhang talauswärts vor auf die rote Abraumhalde (hier liegt ein Schienenteil der Grubenbahn herum). Von oben, auf dem abgeflachten Hügel, hat man eine gute Aussicht auf die hier sehr viel breitere Schlucht. In der Felswand befindet sich ein Eingang in die Mine. Die Türe fehlt und man kann hinein, aber ich empfehle draussen zu bleiben.

Am anderen Ende des Walls nehmen wir den hinabführenden Weg. Er führt uns direkt ans Wasser und hier müssen wir einen geeigneten Übergang finden. Die alte Brücke, nur noch aus zwei verbogenen alten Schienen bestehend, kann nicht mehr benutzt werden, etwas weiter flussabwärts gibt es vermeintlich griffige Felsen (die inoffizielle Markierung führt hier her), sie sind aber doch recht rutschig. Noch weiter unten wird der Bach breiter und führt über Schotterbänke. Hier kamen wir im Frühjahr mit hohen Bergschuhen trocken durch.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Den Caramy furten ohne die Schuhe auszuziehen

Man kommt anschliessend zurück zur kaputten Brücke. Nun kann man etwas den Bach flussaufwärts ansteigen, doch bald steht man an Felsen an. Der Caramy führt hier über glatte Felsplatten

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Der Caramy mit seinen Ziegensprüngen

Die Brücke markiert auch unseren weiteren Weg auf das Plateau. Es handelt sich um den alten Weg zur Mine. Er ist schon lange nicht mehr gepflegt und ist mit Steinen verschiedener Grössen übersät. Er ist recht mühsam zu begehen, auch handelt es sich hier um den einzigen nennenswerten Anstieg auf der ganzen Tour. Verschiedene offene Stellen bieten jedoch einen guten Ausblick in die Schlucht und auch zurück zu Abschnitten, welche wir durchschritten hatten.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Blick von den Serpentinen zur Engstelle der Schlucht

Wir kommen am Plateau auf einen Froststrasse mit tiefroter Erde und nehmen die Verzweigung rechts.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Forststrassenkurve am Plateau der Caïre de Sarrasin

Abschnitt 3: Karst de la Caïre de Sarrasin Ouest

2 km ... 40 min 20 m 50 m mittel

40% ausgesetzte Pfade, mit Markierung

60% Forststrassen, mit wenig Markierungen

Die Anhaltspunkte

  • Plateau, 390 m
  • Karstgebiet und Aussichtspunkte
  • Forststrasse, 375 m
  • Strasse D64, 360m

Querung eines grossen und stark verkarsteten Gebiets auf dem neuen Verlauf des Weitwanderwegs GR99.

corniche = Felskante

Keine 20 Meter weiter steht ein erster Wegweiser, der auf die neue Route des GR99 weist. Wir folgen nun den weissen und roten Markierungen. Aber man muss im ganzen Verlauf achtsam bleiben: die Markierungen sind klein und wurden sparsam aufgebracht, der Weg ist noch nicht gut ausgetreten und es ist unklar ob er es je wird. Vor allem queren wir aber stark zerklüfteten Karst mit tiefen Löchern und breiten Spalten. Wegen der Vegetation sieht man diese Öffnungen meist erst recht spät. Aber dies bietet auch den Reiz dieses Abschnitts.

Wir steigen ein letztes aufwärts an: in der Felsspalte im Bild an (Markierung rechts).

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Anstieg des GR99 in das Karstgebiet Caïre de Sarrasin

Oben kann man zur Kante vorgehen und hier hat man den besten Blick über die Schlucht. Links befindet sich die Engstelle Sauts du Cabri (im Bild in der Mitte).

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Blick von der Felskante in die Aufweitung der Schlucht

Man kann entlang der Kante einige Zeit vorgehen, jedoch wird das Gelände bald recht chaotisch und verwachsen. Der offiziell markierte Weg biegt vor einem markanten Felsgebilde (Photo) nach links ab.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Felsformationen am Schuchtrand

Auf rund 100 Metern befinden wir uns nun auf einer alten Forststrasse. Doch bald geht der GR99 wieder rechts ab (Wegweiser). Hier beginnt der richtig verkarstete Abschnitt. Man geht zuerst über grosse und flache Abschnitte, wo nur Buchsbaum wächst. Echte Bäume wachsten nur in und aus den Spalten.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Der Weg GR99 am Karstplateau der Caïre de Sarrasin

Der Weg scheint keiner natürlichen Gegebenheit zu folgen, nur im Luftbild erkennt man, dass man die grössten Spalten umgeht. Trotzdem kommt man recht nahe an so manchen tiefen Riss heran.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Tiefe Risse im Karst der Caïre de Sarrasin

Kleinere Spalten werden direkt am Weg überschritten. Man kann hier versucht sein, einige dieser Karstformen näher zu untersuchen, in einige Spalten kann man einfach absteigen. Aber zuvor sollte man sich gut orientieren. Wenn man den Weg nicht mehr findet, ist man zwar nicht gänzlich verloren, denn die nächste Forststrass verläuft keine 150 Meter weiter östlich. Das Gelände ist jedoch extrem zerklüftet und überwuchert, eine wilde Querung entspricht hier einer regelrechten Expedition.

Wir landen auf einer Forststrasse, auf welcher wir rechts zum Ausgangspunk zurückkommen. 100 Meter weiter folgt eine Y-Verzweigung. Rechts kommt man auf den Weg vom Zustieg zur Schlucht und zur alten Betonbrücke. Von dort ist man in 500 Metern bei der Hauptstrasse D64.

Wenn man sein Auto nach der Betonbrücke geparkt hat, geht man links und bei der darauf folgenden Wasserzisterne rechts vor.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Sprung über einen Felsspalt am Weg GR99

Quelle und weiteführende Info

Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: Diese Tour befindet sich auf der Karte IGN "Signes/Tourves/Massif de la Sainte-Baume", Massstab 1:25000, 3345OT.

Kein Kommentar bisher

Gibt es Änderungen auf dieser Tour oder gar neue Vorschläge dazu? Die Kommentare sind hierfür da!

E-mail*
Web
Text *
Die Informationen zu dieser Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2018 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor, Danke!