Geologische Formation Barrachin im Durance-Tal

Natürliche Sehenswürdigkeit

Besuchszeit
1 h
Geologie
Bach

Dieser anschauliche geologische Aufschluss ermöglicht einen belehrenden kurzen Ausflug in einer sonst sehr sportlich veranlagten Gegend. Man kann hier ins Erdalter eintauchen, manche werden vielleicht an ihre Schulzeit, andere an ihre Uni-Zeit erinnert. Die erkennbaren Schichtstufen zeigen geologische Epochen im Kalkgebiet des Briançonnais aus der Jura-Zeit.

Öffentliche Anreise

Es gibt keine ganz nahe gelegene Haltestelle. Die nächstgelegene Bushaltestelle ist ca. 2km entfernt und liegt an der Hauptstrasse N94 unter dem Dorf Saint-Crépin. Die Linie 29 im Regionalnetz LER PACA (nur französisch) verkehrt zwischen Marseille, Gap und Briançon. Züge halten schon lange keine mehr in Saint-Crépin.

Der kurze Fussweg

Von der Haltestelle Saint-Crépin zuerst über die Bahngleise und anschliessend über den Fluss Durance. Gleich danach rechts und immer die Strasse rechts bei Abzweigungen nehmen. So kommt man zu einem Parkplatz vor einem Schranken. Oben links seht man eine Aussichtsplattform und Tafeln.

Der Zustieg von der Haltestelle ist auch auf der Karte auf dieser Seitevabgebildet.

Photo alle Rechte vorbehalten © von André M. Winter (Quelle)
Keine Vervielfältigung ohne schriftlicher Zustimmung des Autors zulässig. Die Erlaubnis zur Verwendung unter Provence-Guide.net wurde freundlicherweise am 5. August 2018 erteilt. (id2080)

Logo des Centre Briançonnais de Géologie Alpine (CBGA)

Anfahrt mit dem Auto

Im Durance-Tal sucht man nach Saint-Crépin, der Ort liegt etwa in der Mitte zwischen Briançon im Norden und Embrun im Süden. Man verlässt die Haupstrasse N94 am Fusse des Dorfs Saint-Crépin in die andere Richtung nach Champcella und dem Segelflughafen (aérodrome). Von Süden kommend muss man zuerst nach rechts um anschliessend nach links über die Hauptstrasse zu gelangen. Über die Bahngleise und die Flussbrücke, anschliessend immer rechts entlang der Durance bis zu einem grösseren Platz vor einem Schranken.

Parken

Am Fusse der geologischen Formation kann man gut parken.

Geschichte

Es ist nicht ganz natürlich, dass wir hier die Schichtstufen so gut sehen können. Weiter hinten wird noch Schotter abgebaut und auch hier wurde der ursprüngliche Schuttkegel abgeräumt.

Beschreibung

Die Sedimentgesteine im Aufschluss von Barachin erlauben es, die urgeschichtliche Umgebung und das damalige Klima zwischen 240 und 220 Millionen Jahren zu rekonstruieren.

An der Aussichtsplattform erkennt man zuerst die karbonathaltigen Sedimente, die zwischen dunklen und hellen Gesteinen abwechseln. Die dunklen Abschnitte stammen aus tieferen und marinen Ablagerungsbecken und bildeten kompaktes Kalkgestein. Die helleren Abschnitte sind Dolomit, dieses wurde in küstennahen Lagunen, unter wesentlich wärmeren Klima, geformt.

An der Unterseite sieht man ein Band mit unregelmäsigem Muster, es handelt sich um Bioturbationen im Dolomit. Schalentiere bauten hierin ihre Rückzugsorte, als die Ablagerungen noch nicht verfestigt waren. Dies passiert bei sehr seichtem Wasserstand (unter 30cm). Dank dieser fossilen Einschlüsse konnte diese Schicht dem Trias zugeordnet werden.

Weiter oben weist die Kalkschicht feine horizontale Ebenen auf. Es handelt sich um Stromatolithen, das sind biogene Sedimentgesteine, die durch Einfangen und Bindung von Sedimentpartikeln durch Mikroorganismen in einem warmen Gewässer (um 30°C) entstanden sind.

An verschiedenen Stellen sieht man vertikale Verschiebungen in den Schichten, es handelt sich um Absenkungen entlang von Verwerfungslinien. Sie erfolgen in bereits fertig ausgehärteten Gestein. Andere Verformungen weisen Verbiegungen auf, hier wirkten Kräfte noch vor dem Aushärten. Diese Kräfte können Erdbeben aber auch lokale Gewichtsverlagerungen (Hangrutschungen) bilden.

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Geologische Schichten von Barrachin

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Paléo-karst

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Wiederholung von Kalk- und Dolomit-Ebenen

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Das Durance-Tal vom Standort aus gesehen

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Geologie unter freiem Himmel bei Barrachin

Die Informationen zu diesem Standort wurden mit grösster Sorgfalt 2015 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor Vielen Dank!