Wanderung abseits der ausgetretenen Pfade von Provence-Guide.net - [de|fr]

Wilde Küste des Cap Sicié

Steile und schwierige Küste neben den Stränden von Six-Fours-les-Plages

Typ
Wanderung
Schwierigkeit
schwierig
Dauer
5 h 30 min
öffentliche Verkehrsmittel
nah
Rundtour
ja
Schutzhütte
nein
Ausrüstung
Bergausrüstung

Einführung

Der Wanderweg entlang der französischen Mittelmeerküste ist bekannt für seine malerischen Abschnitte entlang des Wassers. Aber dieser Abschnitt hier beweist, dass es nicht immer so lieblich zugeht. Hier ist es regelrecht wild und das Gelände alpin. Die Hänge sind felsig und steil. Wir erreichen über 330 m über dem Meeresspiegel. Gleich vorweg: es gibt auf dieser Wanderung gar keine Zugänge zu gemütlichen Stränden und Buchten. Man kann lediglich ans Wasser, wenn man die Wanderung am Ende nach Norden zur Bucht von Fabrégas ausdehnt. Mit den erreichten Höhen ist der Ausblick natürlich grandios: es gibt mehrere lohnende Panoramapunkte. Eine Kapelle und Ruinen der Küstenüberwachung befinden sich am Weg.

Den Küstenwanderweg begehen und über einen anderen Weg zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen, ist nicht immer einfach. Hier klappt es jedoch zu einem grossen Teil, weil einige Wege parallel verlaufen, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Jene näher am Wasser sind wesentlich schwieriger, ausgesetzter und mehr der Steinschlaggefahr ausgesetzt. Wegen dieser Abschnitte ist diese Tour als schwierig gekennzeichnet, aber alle heiklen Bereiche können auf einfacheren Wegen umgangen werden. Unbedingt die weiter unten und die Bemerkungen in den einzelnen Abschnitten beachten!

Die Fakten

14 km Gesamtstrecke

5 h 30 min Gehzeit

920 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung einfach, aber wenig Wegweiser

Markierung 80% der Strecke

35% leichte Wege

20% mittelschwere Wege

15% Feldwege

10% ruhige Nebenstrassen

5% Forststrassen

5% schwierige Wege

5% querfeldein

5% ausgesetzte Pfade

<5% Treppen

Gefahren ausgesetzter Weg, gesperrer aber begehbarer Abschnitt

Kinder nur mit ausreichend erfahrenen Erwachsenen

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Bergschuhe, Wanderausrüstung und Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.066282,5.820271

Downloads GPX, KML (Rechtsklick, speichern unter...)

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Rückblick auf die Inseln von Embiez

Auf dieser Tour kommt man hoch hinaus, man überblickt also einen guten Teil der Küste, hier ein Blick nach Westen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind der TGV-Bahnhof von Toulon und die Bahnhöfe der Regionalschnellbahn (TER) Seyne/Six Fours und Ollioules/Sanary. Von diesen Bahnhöfen und in Richtung des Cap Sicié, das am Meer zwischen Six-Fours-les-Plages und Seyne-sur-Mer herausragt, gibt es den Verkehrsverbund Réseau Mistral (auch englisch), der den Grossraum Toulon abdeckt. Diese Buslinien ermöglichen es, in die Nähe des Ausgangspunkts in La Lèque beim Hafen Le Brusc zu kommen.

ligne = Buslinie
vers = nach

Zwei Buslinien steuern den Ausgangsbereich an:

Die Linie 72 kommt von den Stränden, vom Zentrum von Six-Fours oder gar Toulon mit ca. 4 Verbindungen pro Tag. Am Besten steigt man in Roches Blanches aus, geht dann rund 1 km weiter am Chemin de Mouries (Schilder weisen zu Cap Sicié und Notre Dame de Mai), anschliessend rechts (gleiche Hinweisschilder). Bei der nächsten Kreuzung wechseln wir auf den Chemin de la Lèque (nicht mehr den vorigen Zielen auf den Schildern folgen). Am Beginn des Chemin des Cargadoux startet die Tour. Zusammen zusätzliche 1,6 km und 40 min für eine Richtung.

Die Linie 87 ermöglicht es, von Les Sablettes und vom Zentrum von Six-Fours zu kommen, hier mit ca. 20 Verbindungen pro Tag. Bei der Hafenmeisterei (Capitainerie) in Le Brusc aussteigen und die Montée du Gros Pin (Schild Espace naturel du Mont Salva), anschliessend den Chemin de la Gardiole nehmen. Nach ungefähr 700 Metern biegt die Strasse nach rechts und bald wieder links ab. Wir sind nun auf dem Chemin de la Lèque. Nach einem weiteren Links-Rechts-Knick müssen wir uns rechts halten und die Route de la Lèque nehmen bis wir auf den Chemin des Cargadoux stossen, wo die Tour beginnt. Zusammen zusätzliche 2,4 km und 1 h für eine Richtung.

Will man keine Rundtour machen und den ziemlich anspruchsvollen Abstieg vor zum Cap Sicié vermeiden, kann man weiter nach Norden entlang der Ostküste des Kaps gehen und mit der Linie 81 ab Fabrégas ins Ortszentrum fahren. Vom verfallenen Küstenwachturm oben am Cap Sicié zur Anse de Fabrégas sind es ungefähr 4 km und 1 h. Wegbeschreibung: zuerst die Kehren der Schotterstrasse durch die Terres Gastes abwärts gehen bis man zur Schleife vor dem Tunnelportal der Zufahrt zur Kläranlage kommt. Diese gebogene Strasse hinuntergehen (Schild AmphitriA, Fahrverbot mit Schranke) und einen wenig sichbaren Pfad rechts unweit vor dem Tunneleingang nehmen. Der Weg führt zuerst strikt nach Osten abwärts, parallel zur Strasse weiter oben. Weiter unten stossen wir wieder auf eine Schotterstrasse. Hier links und nach 20 m gleich wieder rechts abwärts. So gelangen wir auf den offiziellen und markierten Küstenwanderweg, auf dem wir wieder links nach Norden bis zu den Villen über der Bucht von Fabrégas gehen. Leider muss man eine Kehre durch die private Häuseranlage am Chemin de Baou Rouge auslatschen, aber nur so gelangen wir zum kleinen Strand. Von hier, vielleicht nach einer Pause, über die Route de Fabrégas hoch bis zum grossen Kreisverkehr, Endstation der Linie 81 nach La Seyne.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Bucht von Toulon und Saint-Mandrier

Hier ein Blick nach Osten, wie man ihn später entlang der Wanderung hat.

Zufahrt

Das Zentrum von Six-Fours ist nicht klar auszumachen. Eine grosse Strasse quert den Ort von den Stränden von Six-Fours im Westen zur Stadt La Seyne im Osten. Mehrere Kreisverkehre sind hierauf angeordnet, bei einem macht die Hauptstrasse einen leichten Knick, dabei fallen die Kooperative und die Apotheke (Pharmacie du Pont du Brusc) auf. Hier nach Süden abbiegen (Schilder Le Brusc, Chapelle N.D. de Mai, Cimetières) und eine Zeit lang auf der Avenue Laennec weiterfahren. Wenn die Strasse einen Rechtsknick macht, diese verlassen und den Schildern (Chapelle N.D. de Mai, Massif du Cap Sicié, Déchetterie) folgen. Nun auf dem Chemin de Mouries bleiben, der sich nach rechts wendet. Kurz darauf fahren wir gerade aus weiter, obwohl die Schilder (Chapelle N.D. de Mai, Massif du Cap Sicié) nach links weisen. Wir sind nun auf der schmäleren Route de la Lèque, die uns zu einer kleinen Kreuzung mit einem gelben Postkasten führt. Die Sackgasse Chemin des Cargadoux ist unser Weg. Ab sofort macht es Sinn eine Parkmöglichkeit im Gebüsch links und rechts der Strasse zu suchen, weil die Strasse nach 200 m unbefestigt und bald gesperrt wird.

Sinnvolle Parkplätze

Die Zufahrt zum Ausgangspunkt ist mit dem Auto möglich, aber es gibt kaum Parkmöglichkeiten. Der einzige offizielle Parkplatz ist am Ende der Route du Brusc (Corniche des Îles, ganz im Südwesten der Halbinsel). Von hier muss man zu Fuss zurück zum Hafen und über die unter öffentliche Verkehrsmittel (Linie 87) beschriebenen Wege zum Startpunkt der Tour gehen. In der Nebensaison kann man versuchen, näher zum Ausgangspunkt zu fahren, es gibt einige wenige Stellplätze. Der Chemin des Cargadoux ist die Zufahrt zur Wanderung. Diese Strasse verwandelt sich in einen Forstweg mit Schranken am Ende. Hier kann man "im Gemüse" parken.

Tipps

Dieser Küstenabschnitt ist sehr wild, steil und voll nach Süden ausgerichtet. Mit voller Sonne kann es hier in allen Jahreszeiten sehr heiss werden, im Hochsommer ist die Mittagszeit zu meiden. Da die Wege sehr hoch über dem Meer verlaufen, ist es auch möglich, bei starken Seewind zu wandern. Vor Mistral ist man weniger geschützt, da man auch lange auf der hohen Kammlinie unterwegs ist.

Der Abschnitt zwischen Montjoie und dem Sendemast bei der Kapelle Notre-Dame de Mai ist ausgesetzt und teilweise im Fels angelegt, stellt aber kein Problem für Bergsteiger dar. Zwischen dem verfallenen Küstenwachturm und den Anlagen unten am Kap schaut es schon ganz anders aus. Hier herrscht Steinschlaggefahr, der Weg ist abschüssig und rutschig. Man muss zwingend darauf achten, keine Steine auf Wanderer weiter unten loszutreten. Vom Kap ostseitig vor zur Pointe des Jonquiers ist das Begehen des Wegs von Amts wegen verboten, aber man kann hier durch, solange man über guten Gleichgewichts- und Orientierungssinn verfügt.

Die ganze Halbinsel ist einer starken Waldbrandgefahr ausgesetzt. Im Sommer, aber auch zu anderen Zeitpunkten, wenn Trockenheit und starker Wind zusammentreffen, wird der Zutritt zu den Waldmassiven geregelt, eingeschränkt oder verboten. Das kann das Fahren und Parken auf Strassen betreffen, aber auch das Begehen von Wanderwegen. Infos unter www.var.gouv.fr (nur im Sommer, auch auf Deutsch).

Die Abschnitte

  1. La Lèque bis Montjoie: einfache Schotterstrasse und bequemer Weg.
  2. Montjoie zur Kapelle Notre-Dame du Mai über den unteren Küstenweg und die Küstenverteidigungsanlage des Cap Vieux auf einem Bergpfad.
  3. Kapelle Notre-Dame du Mai zum Küstenwachturm auf dem Kamm.
  4. Küstenwachturm, vorderes Cap Sicié, Pointe des Jonquiers und zurück zum Küstenwachturm: extrem ausgesetzt.
  5. Küstenwachturm nach Montjoie: Schotterstrasse und Pfade am Kamm.
  6. Montjoie nach la Lèque: zurück am Hinweg.

Keine Verpflegungsmöglichkeit entlang der Route.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Die Rote Spornblume blüht hier im Frühling

Abschnitt 1: La Lèque - Montjoie

2,4 km ... 45 min 120 m 45 m einfach

30% ruhige Nebenstrassen, mit wenig Markierungen

20% Forststrassen, mit Markierung

50% leichte Wege, mit wenig Markierungen

Die Anhaltspunkte

Kartenskizze weiter oben unter öffentliche Verkehrsmittel.

Am Ende des Asphaltbands folgt eine holprige Schotterterrasse, die nach einigen Metern für den Verkehr gesperrt ist. Bei der Schranke stehen Schilder, welche die Wege am Cap Sicie mehr schlecht als recht erklären. Die erdige Strasse wird progressiv immer schmäler und wendet sich in das Tal des Vallon de la Fosse, um wieder gegen den Kamm über der Pointe de l'Éperon und zum Montjoie anzusteigen. Bei einer nicht näher gekennzeichneten Verzweigung den Markierungen folgen, rechts halten und auf die Kammlinie vorgehen. Hier hat man einen guten Blick zurück auf die Inseln von Embiez, nach La Ciotat und wenn das Wetter gut ist bis zu den Calanques von Marseille.

Über der Pointe de l'Éperon wendet sich der Weg nach links, geht etwas abwärts. Von dort blicken wir bereits auf die Steilküste des Cap Sicié, wo wir den Rest der Tour auf Wegen in allen Schwierigkeitsgraden verbringen werden. Nach einem weiteren Anstieg folgt eine weitere Verzweigung: links geht es auf den Kamm von Roumagnan (das ist unser Rückweg), rechts geht es (zuerst) weniger steil in den Hang hinein. Dieser weniger begangene Pfad rechts ist unser Weg.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Südabbruch des Cap Sicié nach Montjoie

Abschnitt 2: Montjoie - Batterie du Cap Vieux - N.D. du Mai

2,6 km ... 1 h 300 m 150 m mittel

60% mittelschwere Wege, mit wenig Markierungen

10% querfeldein

15% ausgesetzte Pfade, mit wenig Markierungen

5% leichte Wege, mit wenig Markierungen

10% Feldwege, mit wenig Markierungen

Die Anhaltspunkte

Ausgesetzter Weg mit Tiefblicken. Zur Ruine der Küstenverteidigungsanlage am Cap-Vieux gelangt man weglos aber einfach. Umgehungsmöglichkeit des Abschnitts oberhalb hinter dem Kamm, bei Montjoie nach links gehen, das entspricht dem Abschnitt 5 in umgekehrter Richtung.

pylône = Sendemast
ND du Mai = Kirche Notre-Dame-du-Mai
batterie = Küstenverteidigungsanlage
pointe = Kap
source = Quelle

Im Hang steigt der Weg noch ein wenig an, führt dann bergab, um bei rund 50 m über dem Meer zu bleiben. Das Meer begleitet uns weiter, ohne dass wir hinuntergelangen. Unter dem Weg fällt der Hang noch steiler zum Wasser ab und öffnet so grandiose Tiefblicke auf die Brandung. Über einem wenig markanten Kap (Pierre de l'Autel) macht der Weg eine Biegung nach links. Hier wird die Landschaft karger, mehr Fels schaut durch die magere Vegetation heraus. Dieses Ambiente ist nicht trostlos, so sieht man nämlich auch interessante geologische Aufschlüsse und bizarre Erosionsformen. Kommt man hier im Frühling vorbei, ist alles noch mit einem Blütenmeer geschmückt!

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Quelle bei Coudouré am Cap Sicié

In dieser kargen und abschüssigen Landschaft folgt etwa 10 Minuten nach dem Kap der Pierre de l'Autel links knapp über dem Weg grünes Schilfgras. Hier befindet sich tatsächlich eine kleine Quelle, die Wasser spendet, wenn nicht gerade eine lange Trockenperiode herrscht. Die Quelle ist in einem Becken gefasst. Das Wasser schaut gut aus, ich rate dennoch ab davon zu trinken.

20 Minuten nach der Quelle gelangen wir zum Kamm über der Pointe du Cap-Vieux. Auf einem flächigen Felsvorsprung sieht man die Reste einer militärischen Küstenverteidigungsanlage, wie sich mehrere entlang der Mittelmeerküste finden lassen. Sie stammen vor allem aus dem 18. Jahrhundert. Sichtbar ist nur mehr die breite meerseitige Mauer, hinter welcher die Kanonen aufgestellt waren.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Kamm über der Pointe du Cap Vieux

Man kann hier zur alten Küstenverteidigungsanlage absteigen. Das macht sogar Sinn, denn die eingeebnete Stelle ist grasbewachsen und man kann sich an der Mauer für eine Pause in den Windschatten setzen. Wir verlassen den markierten Pfad dort, wo er steil zur Fernsehantenne ansteigt. Es gibt keinen echten Weg um abzusteigen, man muss dem einfachsten Durchstieg suchen. Die Felsen sind hier gross und nicht wackelig. Nicht zu weit nach links (Osten) gehen, denn hier wird es steiler und brösliger. Man peilt grob die gut sichtbare Plattform an. Wichtig hier: sich den Durchstieg für den Rückweg merken, denn in die andere Richtung gibt es nicht so klare Anhaltspunkte.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Ehemalige Küstenverteidigungsanlage am Cap Vieux

Entlang des markierten Wegs und beim Abstieg zur Militärplattform sieht man immer wieder auf eine kuriose halbkreisförmige Konstruktion ohne sichtbare Strassenzufahrt unter der Felswand am Wasser. Das ist keine geheime Absteige von James Bond, die grossen Löcher sind keine Startrampen für Interkontinentalraketen. Es handelt sich um die Kläranlage namens Amphitria des Grossraums von Toulon. Sie ist gut versteckt, aber für uns Wanderer sichtbar.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Kläranalage Amphitria und das Cap Sicié

Nach der Pause am Cap-Vieux heisst Zähne zusammenbeissen. Es geht nun 200 Höhenmeter senkrecht entlang der Falllinie hinauf. Das spielt sich in drei Abschnitten ab: der erste ist der Anstieg zum markierten Weg zurück über die Felsen und unter Pinien hindurch.

Der zweite ist der felsige Anstieg zur Sendeanlage, hier ist es ausgesetzt und man muss schon achten wo man hinsteigt.

Der dritte Abschnitt ist ein einfacher fast flacher Pfad am Plateau.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Wanderin am anspruchvollen Weg südlich der Sendeanlage

Wenn es heiss ist, sollte man es langsam angehen.

Das Auge des interessierten Geologen wird auch trotz des schweisstreibenden Anstiegs wachsam bleiben.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Phyllade (Phyllit) mit Quartzit-Einschlüssen

Im Rückblick wird erst klar wie steil der Anstieg effektiv ist und wo der Weg durchführt.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Über dem Cap Vieux

Oben am Plateau lassen wir den Weg am Kamm (unseren Rückweg) links liegen, steigen weiter hinter der grossen Antenne an und erreichen von hinten die Kapelle Notre-Dame du Mai.

Am Weg zum Sender sieht man wieder zurück zur Westküste mit den Inseln (Photo)

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Îles des Embiez

Die Kapelle de Notre-Dame du Mai, auch La Bonne Mère oder Notre-Dame-de-Garde gennant, ist ein ehemals bekannter lokaler Wallfahrtsort. Die kleine Kirche wurde 1625 errichtet, nachdem ein Blitzschlag einen Wachturm zerstört hatte ohne dass die Wachmannschaft zu schaden kam.

Vor der nach Osten ausgerichteten Fassade der Kapelle befindet sich eine kleine betonierte Plattform mit einer 360°-Panoramatafel.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Orientierungstafel bei der Kapelle

Abschnitt 3: Notre-Dame du Mai - Sémaphore

0,8 km ... 15 min 30 m 50 m einfach

100% leichte Wege, mit wenig Markierungen

Die Anhaltspunkte

Auf dem Bild das Etappenziel, von der Kapelle aus gesehen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Östlicher höchster Punkt des Cap Sicié mit Ruine

de = von
pylône = Fernsehantenne
sémaphore = Küstenwachturm
station d'épuration = Kläranlage
ND du Mai = Kirche Notre-Dame-du-Mai

Einfacher Weg am Kamm entlang, nicht auf die Schottertrasse hinausgehen, die parallel verläuft.

Zwischen der Strasse und der Ruine des Küstenwachturm befindet sich eine weitere Panoramatafel am Punkt 330 m der IGN-Karte.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Orientierungstafel beim Punkt 330 m

Der Küstenwachturm am Cap Sicié ist arg mitgenommen, ebenso das Gebäude weiter unten links.

Von hier sieht man gut die östliche Küste der Halbinsel ein.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Ostküste des Cap Sicié und Landbrücke von Les Sablettes

Abschnitt 4: Sémaphore - Cap Sicié - Malpasset - Sémaphore

3,5 km ... 2 h 370 m 380 m schwierig

15% schwierige Wege, mit mangelhafter Markierung

5% Treppen, ohne Markierung

45% mittelschwere Wege, ohne Markierung

5% schwierige Wege, amtlich gesperrt

10% leichte Wege, amtlich gesperrt

<5% querfeldein, amtlich gesperrt

20% Feldwege, ohne Markierung

Die Anhaltspunkte

Nun sind wir beim wildesten aber auch interestantesten Abschnitt angelangt. Wie oft muss hier eine Warnung ausgesprochen werden: dieser Abschnitt quert gefährliches und nicht gesichertes Gelände, ein Teil davon ist per Gemeindeverordnung gesperrt. Es gibt einen rot-blau markierten Weg, mit Erfahrung und Achtsamkeit ist die Runde über die Ruinen unteren am Cap Sicié begehbar.

Der Hang ist rutschig und loses Gestein kann vor deinem Durchstieg weiter abgerutscht sein. Du musst immer wieder prüfen, ob du weitergehen kannst. Nie über einen schwierigen Abschnitt springen! Erstens weisst du nicht wie gut der Landepunkt hält, zweitens und das ist fast wichtiger: du musst jederzeit umkehren können weil es keine Alternative zu diesem Weg gibt. Wenn wirklich später eine unpassierbare Stelle folgt, musst du samt anderen Wanderern alle vorangehenden heiklen Stellen noch mal am Notrückweg überschreiten können.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Ruine bei ehemaligen Küstenwachturm

Rechts geht es vorbei, am hier noch einfachen Weg

vers = nach
pointe = Kap
portails = Tore
poste photoélectrique = Generatoranlage
sémaphore = Küstenwachturm
ND du Mai = Kirche Notre-Dame-du-Mai

Die Karte zeigt mit einem schraffierten Pfad links den steilen Abstieg zum vorderen Cap Sicié und rechts den hangquerenden Weg an der Ostseite. Dieser rechte Abschnitt ist offiziell gesperrt. Am Anfang und am Ende ist je ein Tor angebracht, man kommt aber einfach vorbei. Der Grund der Sperre sind zwei Bereiche, wo der Weg abgerutscht ist, diese sind weiter unten näher erklärt.

Will man diese nicht ganz ungefährliche Runde vermeiden, gibt es ab dem Wachturm zwei Möglichkeiten: Zurückgehen und zum Abschnitt 5 wechseln oder die Tour in Fabrégas beenden, siehe unter öffentliche Verkehrsmittel weiter oben.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Tiefblick auf das Cap Sicié

Blau-Rot markiert

Na gut, gehen wir diesen schwierigen Abschnitt an: Es geht 300 m bergab und das auf einer Luftlinie von nur 500 m! Links am Küstenwachturm vorbei, darunter rechts vor den Ruinen ohne Dach. Einige parallel verlaufende Pfade führen zum steilen Kamm, der das Cap Sicié bildet. Man kommt bei letzten Mauern vorbei. Der Weg wird merkbar steiler. Er schlängelt sich durch den Steinhaufen des zersplitterten Schiefergesteins. Hier gibt es eine Verzweigung, die beiden Wege kommen weiter unten wieder zusammen. Jedoch ist der linke, näher am Grat und blau-rot markiert, in besserem Zustand, wenn man das so bezeichnen kann. Der Fels berstet unter der Aktion von Wind und dem Salzwasser. Unserr Weg führt in winzigen Kehren durch das steinige Labyrinth. Man bleibt fast immer rechts aber nahe der steilen Gratlinie.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Im brösligen Abschnitt hinab zum Cap Sicié

Wenn es etwas weniger steil wird, beginnt der Rest eines ehemals befestigten Wegs. Er führt immer weiter abwärts bis zu den oberen Ruinen am Kap (zwei Häuser von denen nur mehr die Mauern stehen, auf ca. 50 m Seehöhe). Hier wird der Pfad wesentlich besser, da er nicht mehr dem Steinschlag des Hangs ausgesetzt ist. Nach einer alten und ungesicherten Lastenrampe kommt man bei einem Felssporn mit einem noch aktiven Leuchtfeuer vorbei. Auf 20 m Seehöhe stehen wir vor einem Turm mit grossen Loch darunter: das ist ein alter Lastenaufzug. Achtung, nichts ist hier gesichert, unbedingt auf Kinder achten!

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Alte Treppe hinunter zum Cap Sicié

Diese Einrichtungen stammen von einem alten militärischen elektrischen Richtscheinwerfer zur Unterstützung von ehemaligen Artilleriestellungen. Ein Stromgenerator und Treibstoffzisternen waren vor Ort in den Gebäuden oberhalb untergebracht. Der Verlauf der Leitungen ist noch sichtbar. Am Sockel des unteren Lastenaufzugs befand sich die Scheinwerferstellung und der Kampfposten. Zu Fuss gelangt man heute nicht mehr dort hin, auch nicht über die steile Rampe weiter oben, man müsste mit einem Boot anlegen. Es gibt noch eine anderen sehr ähnliche Einrichtung weiter östlich auf der Halbinsel von Giens bei Hyères bei Escampo-Barriou. Die verfallenen und zerstörten Installationen schauten trostlos aus, es ist aber trotzdem faszinierend an welchen unzugänglichen Küstenabschnitte sie damals errichtet wurden.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Alter Lastenaufzug am Cap Sicié

Es leuchtet ein, dass man von vorne am Kap kaum weitergehen wird können. Wir müssen also wieder hinauf zur zweiten Hausruine und schleifen den Weg rechts davor ein. Man sieht sofort, dass der Hang aus wesentlich feingliedrigerem grauen Gestein besteht. Das ist kein gutes Zeichen was die Hangerosion und den Zustand des Wegs betrifft. Niemand hat diesen grundsätzlich interessanten Weg saniert, vielleicht weil er nicht zu einem Strand mit Bar führt? Aber es wurde in Absperrungen investiert, die Wanderer abschrecken sollen. Das Tor ist in der Tag massiv und abwehrend, aber links und rechts davon gibt es genug Platz um vorbeizukommen.

In weiterer Folge wird der Weg tatsächlich luftiger und ausgesetzter. In Sachen Steinschlaggefahr ist es hier allerdings weniger riskant als am Abstieg vom Küstenwachturm.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Betretungsverbot zwischen Cap Sicié und Pointe des Jonquiers

Nach dem Tor führt der Pfad zuerst einfach flach durch die Felswand aber schnell kommt ein Abschnitt, wo der Weg abgerutscht und eine Behelfsbrücke zerstört ist. Am Foto (Blick zurück) könnte man annehmen, dass das Beschreiten einfach sei. Es ist aber sehr schmal, es gibt keine fixen Punkte zum Anhalten und meerseitig geht es senkrecht hinunter. Es ist dies die Schlüsselstelle der Tour, nicht trittsichere und nicht schwindelfreie Leute werden hier nicht durchkommen. Wenn man Kinder mit einem Seil sichern will, ist zu bedenken, dass es keine Fixpunkte gibt, man wird zwei Erwachsene (davor und dahinter) und ein mindestens 20 Meter langes Seil brauchen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Zerstörter Weg beim Cap Sicié

Danach wird der Pfad wieder einfacher und man erkennt den alten Versorgungsweg besser.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Weg bei der Grande Pointe des Jonquiers

Der Weg wurde in recht lockerem Schiefergestein angelegt und kleine Rinnen wurden mit Lockermaterial aufgefüllt. Diese Bauten sind nun teilweise zerstört. Nach der Grande Pointe des Jonquiers erwartet uns ein grosses gähnendes Loch am Weg zwischen sonst nett wirkenden Pinien. Hier nicht versuchen nahe am alten Wegverlauf vorbeizukommen und auf keinen Fall unterhalb. Man geht am besten etwas zurück und quert ca. 10 Meter oberhalb der Abbruchstelle unter grossen Pinien. Danach wird der Weg wieder einfach, so war er wohl zuvor im gesamten Verlauf. Das ist die zweite Schlüsselstelle, nicht wirklich schwierig, aber man muss sich Zeit lassen, um den günstigsten Durchstieg zu finden ohne zu nahe an die Abbruchkante zu kommen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Weggerissener Weg bei der Pointe des Jonquiers

Wenn du eine IGN-Karte mitführst, lass dich nicht durch die rosarote Markierung in der Karte verwirren, die senkrecht nach Osten vom Küstenwachtrum hinab zur Pointe des Jonquiers (72 m) führt Hier existiert kein Weg und es ist gefährlich hier einen Durchstieg zu wagen.

Gehen wir also weiter nach Norden, geniessen wir den einfachen Weg und den Ausblick auf die kleinen Inseln der Rochers des deux Frères. So wie die Küste auf der wir uns befinden, sind auch diese Felsen zerklüftet und mit einem Boot könnte man kaum anlegen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Rochers des Deux Frères

Weiter vorne sieht man die kleinen Strände der Ostküste des Cap Sicié. Sie sind teilweise nur per Boot erreichbar.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Ostküste des Cap Sicié, Mont Faron und Saint-Mandrier

Der Weg wird noch einfacher, und wir kommen zum zweiten Tor. Es ist etwas breiter, aber man kommt ebenso daran vorbei. Kurz darauf mündet der Weg bei einer grossen Föhre in das Ende einer Forststrasse. Wenn man hier weitergeht, gelangt man zur Anse de Fabrégas und beendet dort die Tour (vergleiche mit der Alternative unter öffentliche Verkehrsmittel), ausser dass man hier schon am Küstenwanderweg ist und nicht weiter absteigen muss. Unsere Tour folgt allerdings nicht der Strasse sondern geht gleich hier links als unmarkierter schmaler Pfad über Kehren hinauf und führt etwas zurück in den Grat über der Pointe des Jonquiers, wo wieder Kehren weiter ansteigen. So kommen wir unter dem Küstenwachturm von Osten hoch und gelangen zu einer Verzweigung. Links geht es zum Wachturm, rechts führt der Weg zur Forststrasse der Terres Gastes hinaus.

Da wir schon genug auf engen Pfaden marschiert sind, nehmen wir diesmal die Strasse. Das ist der übliche Zustieg von La Seyne zur Kapelle Notre-Dame-du-Mai und aufmunternde Graffitis sind auf Felsen am Boden gemalt. Es geht nämlich nach wie vor aufwärts. Wir müssen wieder über 300 m Seehöhe hinauf.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

"Bravo, das schlimmste ist geschafft"

Abschnitt 5: Sémaphore - Pylône - Montjoie

2,4 km ... 45 min 50 m 160 m einfach

40% Feldwege, mit wenig Markierungen

60% leichte Wege, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

Zrück diesmal oben am Kamm.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Kamm von Montjoie im Massif des Cap Sicié

pylône = Sendemast
ND du Mai = Kirche Notre-Dame-du-Mai
batterie = Küstenverteidigungsanlage
pointe = Kap

Dieser obere Weg führt nördlich der Kammlinie entlang, einige Ausblicke aufs Meer gibt er dennoch preis. Es gibt ein paar Gegenanstiege, aber grundsätzlich geht es bergab, manchmal auch schroff und durch ausgewaschene Hohlwege.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Steiler und ausgewaschener Weg

Abschnitt 6: Montjoie - La Lèque

2,3 km ... 45 min 45 m 130 m einfach

45% leichte Wege, mit wenig Markierungen

25% Forststrassen, mit Markierung

30% ruhige Nebenstrassen, mit wenig Markierungen

Die Anhaltspunkte

Am Ende einfach am selben Weg zurpck.

ligne = Buslinie
vers = nach

Wir befinden uns nun am Weg des Zustiegs und kommen so zum Ausgangspunkt zurück zur Haute Lèque. Die einen werden zu ihrem Auto zurückgehen, die anderen zum Bus weitermarschieren, genauere Infos gibt es unter öffentliche Verkehrsmittel.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Blühende Breitblättrige Platterbse

Quelle und weiteführende Info

Diese Wanderung ist von diesem Buch inspiriert: "Sentiers du littoral méditerranéen: Randonnées de Marseille à Saint-Tropez" ("Mediterraner Küstenwege, Wanderungen von Marseille nach Saint-Tropez"), von Pierre Garcin und Nicolas Lacroix, Verlag Glénat, Serie Montagne Randonnée, ISBN 987-2-7234-6259-4 (nur auf französisch). Bei Interesse an weiteren Abschnitten des Küstenwegs hilft dieses Buch mit guten Wegbeschreibungen, vielen schönen Fotos und Karten. Es werden allerdings die Küstenabschnitte linear von West nach Ost beschrieben und keine Rundtouren angeboten.

Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: die Tour befindet sich auf der Karte IGN "Toulon, Le Gros-Cerveau, Mont-Faron", Massstab 1:25000, 3346OT.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter (Quelle)

Der Mastixstrauch, ein typisches Mittelmeergewächs

Die Informationen zu dieser Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2010 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor, Danke!