Calanques Sormiou und Morgiou und zwei grosse Halbhölen abseits des Kamms

Die beiden grössten Calanques, welche das Cap Morgiou einrahmen, ausgehend von Les Baumettes

Typ
Kraxeln
Schwierigkeit
mittel
Dauer
6 h 45 min
öffentliche Verkehrsmittel
ja
Rundtour
ja
Schutzhütte
Ortschaft
Ausrüstung
Bergausrüstung

Einführung

Die Calanques vom Marseille sind eine Top-Destination für alle Liebhaber von Natur, Meer und sportlichen Wanderungen. Sie ziehen sowohl die Einwohner von Marseille als auch für Touristen, die von sehr weit herkommen, an. Der kahle weisse Kalk, der ins dunkelblaue Meer ragt, die hohen und senkrechten Felswände, die Längen der möglichen Touren, sowie die einfache Erreichbarkeit machen den ganzen Erfolg dieses Nationalparks aus. Es gibt eine Vielzahl von Zufahrtspunkten und eine fast unbegrenzte Anzahl von Routen. Dies ist vielleicht die schwierigste Frage: wo einsteigen, welchen Weg nehmen?

Die hier vorgestellte Tour führt zu den zwei grössten Calanques dieses Küstenabschnitts: Sormiou und Morgiou. Dazwischen gehen wir auf das lange Cap Morgiou vor und knapp unter dessen Kamm steigen wir zu zwei sehenswerten Höhlen ab. Sie sind nicht auf den klassischen Karten vermerkt und trotzdem Höhepunkte dieser Runde.

Die Fakten

12,7 km Gesamtstrecke

6 h 45 min Gehzeit

800 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung einfach auf markierten Wegen, schwierg abseits davon

Markierung 80% der Strecke

35% leichte Wege

20% mittelschwere Wege

10% ruhige Nebenstrassen

10% querfeldein

5% ausgesetzte Pfade

5% Feldwege

5% Nebenstrassen in der Stadt

5% Forststrassen

<5% Wege mit Kletterpassagen

<5% schlecht erkennbare Wege

<5% am Strand

Gefahren luftige Abschnitte, Felspassagen

Kinder wenn sie ausdauernd sind

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Bergschuhe, Wanderausrüstung, Sonnenschutz und viel Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.226278,5.416302

Downloads GPX, KML (Rechtsklick, speichern unter...)

Öffentliche Verkehrsmittel

Der Bus der Linie 22 fährt von der Métro-Station Rond Point du Prado zur Endstation Les Baumettes in etwa 30 Minuten und das mindestens 25 Mal pro Tag. Diese Endstation ist der Ausgangspunkt der Tour. Informationen unter RTM (auch englisch).

Von der Haltestelle gehen wir rechts die Strasse Chemin de Morgiou bis zu einem Parkplatz vor.

Zufahrt

Der Stadtteil Les Baumettes liegt im Süden der Stadt Marseille. Unter der Woche ist der Verkehr morgens und am späteren Nachmittag wirklich mühsam.

In beiden Fällen kommen wir auf den Boulevard Michelet, diese breite Strasse weist schon in die gute Richtung (Süden). Es handelt sich gleichzeitig um die D559, die nach Cassis weiterführt. Am Kreisverkehr mit dem Obelisk halten wir uns rechts und folgen der Beschilderung nach Les Baumettes. Am Ende der Gasse biegen wir links ab. Wenn wir bei einer Kirche anstehen, fahren wir rechst daran herum. Ab hier folgt man einfach dieser Strasse.

Wenn die Strasse wieder breiter und gerader wird, sehen wir links eine lange Mauer, dahinter verbirgt sich ein grosses Gefägnis. Danach gibt beidseitig oft freie Parkplätze die genützt werden können, wenn weiter hinten alles voll ist.

Unsere Strasse, der Chemin de Morgiou, trennt sich in eine linke und eine rechte Fahrbahn, wir müssen zuerst rechts bleiben. Spätestens bei der zweiten Kreuzung wechseln wir jedoch auf die andere Fahrbahn und fahren dort wieder rechts und stadtauswärts. Die Strasse steigt kurz an und so kommt man zum Schranken vor der Strasse nach Morgiou (Fahrverbot), rechts davon ist die Einfahrt zum Parkplatz mit den holprigen Boden.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Calanque de Morgiou vom Kamm gesehen

Sinnvolle Parkplätze

Wie oben beschrieben, gibt es fast immer freie Plätze nach dem Gefängnis. Wenn man rechtzeitig ankommt, kann man den oberen und letzten Parkplatz anpeilen. Wenn man an Wochenenden spät anreist, bleibt man besser gleich nach dem Gefängnis stehen.

Tipps

In den Calanques sind fast alle Wege lang, die meisten weisen viele Höhenmeter auf und der Rückweg führt meist aufwärts. Dazu kommt die unbarmherzige Sonne und es gibt keine Fliessgewässer oder Quellen. Deswegen sind die meisten Wanderungen hier durchaus anspruchsvoll. Auch markierte Wege können steil und extrem ausgesetzt sein. Die Abstecher zu den hier vorgestellten Höhlen sind schwierig. Sonnenschutz, viel Wasser und hohe Bergschuhe sind Pflicht.

Im Sommerhalbjahr und bei Schönwetter auch den Rest des Jahres, haben Bars in Sormiou und Morgiou geöffnet, sonst gibt es keine Verpflegungsmöglichkeit.

Schatten ist Mangelware. Man kann nur an den kleinen Stränden von Sormiou und Morgiou baden, überall anders führt der Weg hoch über dem Meer und die Felswände fallen meist senkrecht bis zum Wasser ab.

Dieser gesamte Küstenabschnitt ist einer starken Waldbrandgefahr ausgesetzt. Im Sommer, aber auch zu anderen Zeitpunkten, wenn Trockenheit und starker Wind zusammentreffen, wird der Zutritt zu den Waldmassiven geregelt, eingeschränkt oder verboten. Das kann das Fahren und Parken auf Strassen betreffen, aber auch das Begehen von Wanderwegen. Information unter bouches-du-rhone.gouv.fr (nur im Sommer, nur französisch, Suche: Accès aux massifs forestiers).

Die Abschnitte

  1. Über den Sattel Col des Baumettes und am Normalweg zum Strand Plage de Sormiou.
  2. Anstieg von der Calanque de Sormiou zum Carrefour am Kamm von Morgiou.
  3. Abstecher zur Höhle Grotte de l'Os.
  4. Den Kamm von Morgiou bis zum Sattel Col du Renard ausgehen.
  5. Abstecher zur Höhle Grotte du Figuier und weiter zur Festungsmauer Fortin de Morgiou
  6. Runde am Cap Morgiou und zurück zum Sattel Col du Renard.
  7. Abstieg vom Col du Renard nach Morgiou, Abstecher zum Strand und Rückweg durch das Tal zum Sattel Col de Morgiou und weiter nach Les Baumettes.
Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Chemin de Morgiou und Zufahrt zum letzten Parkplatz

Abschnitt 1: Baumettes – Sormiou

2,3 km ... 1 h 80 m 175 m mittel

15% Nebenstrassen in der Stadt, ohne Markierung

10% Forststrassen, mit Markierung

10% leichte Wege, mit Markierung

10% Forststrassen, mit Markierung

40% mittelschwere Wege, mit Markierung

10% Feldwege, ohne Markierung

5% am Strand, ohne Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Les Baumettes, 95 m
  • Sattel Col des Baumettes, 170 m
  • Strand von Sormiou, 0 m

Nach einem kurzen Anstieg geht man vom Sattel Col des Baumettes bis zum Meer bergab. Der gesamte Abschnitt ist rot markiert (einfacher Strich). Es handelt sich um den heutigen Normalweg in diese Bucht.

col = Sattel

Egal ob mit dem Auto oder zu Fuss, wir müssen zum oberen Parkplatz. Rechts hinter dem Schranken (Photo) verlassen wir definitiv wir Stadt.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Schranken vor der Wiese Pré des Évadés

Wir kommen auf eine etwas unnatürlich wirkende Wiese mit einen Föhrenwäldchen in der Mitte (Pré des Évadés). Hinten stehen ein Denkmal und Ruinen im Wald. Wir halten uns jedoch linker Hand. Die Forststrasse wird zum Weg, führt noch weiter nach links und über Felsen und Platten aufwärts.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Pré des Évadés, das Denkmal und unser Weg

Wenn es wieder flacher wird, nehmen wir weiter den linken Pfad, ohne jedoch ganz auf die Strasse ganz links unten abzusteigen. So gelangt man wieder auf eine Forststrasse, hier rechts und nach wenigen Minuten steht man breiten Sattel Col des Baumettes.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Forststrasse unter dem Sattel Col des Baumettes

Die Forststrasse wendet sich am Pass nach rechts, wir gehen jedoch gerade aus weiter. Man kommt aus dem Wald heraus und sieht zum ersten Mal über den Kamm von Sormiou auf das Meer. Mehrere Wege zweigen hier ab, wir ändern nicht dir Richtung und folgen der roten Markierung.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Zugang zum Wegbeginn nach Sormiou

col = Sattel
plage = Strand
port = Hafen
Carrefour = Kreuzung

Der Weg führt zuerst langsam bergab, man geht auf weissem Kalkschotter. Wenn man früh genug gestartet ist, hat man hier noch Schatten.

Wir gelangen zu Felsen und zu einer Geländekante wo man das erste Mal die Calanque de Sormiou zur Gänze einsehen kann. Spätestens hier kommen wir in die Sonne und der Wegverlauf wird steiler.

Photo © mit freundlicher Genehmigung übernommen von: Alex Medwedeff

Erster Blick in die Calanque de Sormiou

Hinter uns befindet sich Le Pouce (der Daunen), eine Felsnadel im Kamm südlich des Sattels Col des Baumettes.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Le Pouce (Der Daumen)

Schnell sind wir dann unten in kleine Fischerort. Wir queren den grossen Platz und können rechts zum Strand mit der kleinen Bootrampe absteigen.

Abschnitt 2: Sormiou – le Carrefour

1,6 km ... 1 h 25 min 230 m 0 m einfach

5% am Strand, ohne Markierung

25% Feldwege, mit wenig Markierungen

70% mittelschwere Wege, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Strand Plage de Sormiou, 0 m
  • Le Carrefour, 230 m

Wir steigen in den Kamm Crête de Morgiou im Norden an. Von diesem Weg gibt es mehrere Aussichtspunkte auf den den Kamm Crête de Sormiou, das Kap und die Insel l'Île de Riou weiter draussen am Meer.

Man kann auch an der Südseite der Bucht weiter zum Cap Redon und auf den Kamm Crête de Sormiou steigen. Dabei wechselt man aber die Wanderung: Calanque de Sormiou und der Kamm.

Vom Strand steigen wir wieder auf den grossen Platz hoch und suchen die Schotterstrasse rechts. Nach einem Tor führt sie flach bis zum Hafen von Sormiou und zu den historischen Fischerhütten.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Zugang zum Hafen von Sormiou

Beim Hafen gehen wir entlang der roten Markierung weiter nach Osten. Der Weg führt zuerst zwischen Häusern durch und danach unter einzelnen Hütten vorbei. Kurz darauf steigt der Weg links entlang einem hier noch nicht besonders ausgeprägten Kamm an. Hier sollte man sich öfters umdrehen, der Kamm von Sormiou wird progressiv zur Gänze sichtbar.

Photo © mit freundlicher Genehmigung übernommen von: Alex Medwedeff

Rückblick nach Sormiou

Es geht konsequent bergauf. Wenn man in einem felsigen Abschnitt kommt, wird es noch steiler. Man marschiert über unregelmässigen Fels und danach geht es links des nun felsigen Kamms weiter. Der Weg führt nun über schräge Felsplatten. Sie sind nicht rutschig, aber das Gehen darauf ist unbequem und es stellt für Ungeübte sicherlich eine schwierige Passage dar.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Passage über schräge Platten

Nach diesem steilen Gang müssen wir über eine kleine Kletterstelle. Eine rote Markierung weist auf die ideale Stelle zum Queren hin.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Kletterstelle am Weg zum Carrefour

Danach geht der zuvor mühsame Anstieg in einem bequemen Spaziergang über. Man wandert nach Osten ohne nennenswerte Höhenmeter zu gewinnen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Weg unter dem Kamm von Morgiou

Von diesem Wegabschnitt kann man den Kamm von Sormiou besser bewundern, dahinter sieht man nun auch die Insel Île de Riou.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Île de Riou und Kamm von Sormiou

Langsam aber sicher kommt uns die Felswand links immer näher.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Panoramaweg unter dem Carrefour

Nach dem engeren Abschnitt steigt der Weg wieder an und führt in einen breiten Sattel am Kamm von Morgiou, der Le Carrefour (die Kreuzung) genant wird. Hinter uns ist die Aussicht immer noch fantastisch.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Wanderer bewundern den Kamm von Sormiou

Wir gelangen auf einen breiteren Weg, dieser führt dem hier flachen Kamm entlang. Links geht es nach Les Baumettes zurück (rote und blaue Markierung), vorne könnte man direkt nach Morgiou absteigen (rot) und rechts geht es am Kamm entlang zum Cap Morgiou (blau).

Wir haben wohl vor zum Cap Morgiou zu gehen, aber davor schlage ich einen Abstecher vor, der sich wirklich lohnt!

Abschnitt 3: Le Carrefour - Grotte de l'Os

0,4 km ... 30 min 60 m 60 m schwierig

25% schlecht erkennbare Wege, Steinmänner

50% Wege mit Kletterpassagen, Steinmänner

25% schlecht erkennbare Wege, Steinmänner

Die Anhaltspunkte

  • Wegkreuzung Le Carrefour, 230 m
  • Höhle Grotte de l'Os, 170 m
  • Wegkreuzung Le Carrefour, 230 m

Abstieg zu einer Halbhöhle mit Aussicht auf das Kap von Sormiou. Am selben Weg zurück in den Sattel.

Achtung, der Abstieg zur Höhle umfasst ausgesetzte Felsabschnitte, die auch am Rückweg begangen werden müssen. Man wird auch im Abstieg die Hand an den Fels legen und Kindern und weniger erfahrenen Leuten helfen. Der Weg ist kaum sichtbar, aber mit vielen Steinmännern gekennzeichnet. Es gibt keine andere Art der Markierung.

Die gesamte Tour ist lang und man kann diesen Abstecher auslassen. Man geht in diesem Fall auf der blauen Markierung nach rechts und am Abschnitt 4 weiter. Man spart hiermit 30 Minuten, versäumt aber eine Sehenswürdigkeit!

col = Sattel
cairn = Steinmann
crête = Kamm
passages rocheux = Felsabschnitte
rocher blanc = weisser Felsblock

Auf der Kreuzung Le Carrefour steht ein sehr grosser Steinmann. Man geht weiter in Richtung Kap, also von Sormiou kommend nach rechts. Nur ca. 15 Meter vom Steinmann entfernt zweigen wir jedoch wieder rechts auf einen schmaleren Pfad ab und wir peilen einen weissen Felsen an, der aus der flachen Vegetation herausragt.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Weisser Felsen rechts, der am Weg zur Höhle anzupeilen ist

Wir gehen links am Felsen vorbei und auf einem Felsband weiter, das relativ vegetationslos ist.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Zugang zur Höhle am Felsstreifen

Etwas weiter vorne geht es schwach bergab, wir behalten aber die Richtung bei. Wenn es jedoch steiler wird, halten wir links nach einem abwärts führenden Pfad Ausschau. Er ist mit kleinen Steinmännern gekennzeichnet.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

An der Plateaukante südlich des Carrefour

Nun geht es steiler bergab. Der Weg wendet sich wieder nach rechts und über Schotter führt er uns nach Süden abwärts.

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Absteigender Weg zur Höhle

Man kommt zu festeren Fels und hier muss man eine erste Stufe abklettern. Danach hält man sich tendenziell rechts und steigt weiter abwärts. Es folgt ein ähnlicher Abschnitt und kurz darauf kommt man bald zur Höhle.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Erste Felsstufe zum Abklettern

Der zweite Felsabschnitt ist mehr mit Schotter durchsetzt.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Zweiter steilerer Abstieg zur Höhle

Auf einer Felskante können wir nun bequem weiter nach Süden vorgehen, auch wenn man einige Sträucher zur Seite biegen muss. Danach steht man auf einem Felsblock vor dem es senkrecht mehrere Meter hinunter geht. Wir sind jedoch am Ziel, wenn man sich leicht vorbeugt und nach rechts schaut, sieht man in einen Teil der Höhle! Wir müssen noch rechts auf die untere Ebene absteigen. Ein in den Fels geschlagener Tritt hilft dabei.

Es geht einfach in die Höhle vor, neben dem kleinen Tor gibt es eine grosse Öffnung nach Süden.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Letzter Abstieg vor der Höhle

Die Halbhöhle Grotte de l'Os ist nicht sehr tief, es handelt sich vermutlich um eine Ausspülung eines urzeitlichen Flusses. Die Grösse und die Säule, welche die beiden Öffnungen trennt, machen diese Höhle aber einzigartig.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Aussicht von der Grotte de l'Os

Die vielen Steinmänner, die Feuerstellen (verboten) und die Kletterhaken belegen, dass wir hier nicht die ersten sind. Das macht den Ort aber nicht weniger sehenswert. Man ist weit ab vom Hauptweg, man ist geschützt (vor Sonne, Wind, Regen, je nach dem) und man sieht gut auf das Kap von Sormiou. Auch wenn wir nur ein Viertel der Gesamttour absolviert haben, wird man hier für eine Pause verweilen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Reiche Jause in der Grotte de l'Os

Zufrieden steigen wir über den selben Weg wieder zur Kreuzung Le Carrefour an und gehen dort rechts.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Felsiger Abschnitt oberhalb der Höhle

Abschnitt 4: Sentier des Crêtes de Morgiou

1,8 km ... 45 min 35 m 180 m einfach

80% leichte Wege, mit Markierung

20% mittelschwere Wege, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Le Carrefour, 230 m
  • Kamm Cancéou, 220 m
  • Sattel Col du Renard, 85 m

Auf dem hier einfachen Weg des Kamms von Morgiou gehen wir zum Kap vor. Der Hauptweg ist blau markiert.

Wieder am Kamm, gehen wir rechts in Richtung Cap Morgiou. Zuerst geht es flach dahin, einige felsige Abschnitte werden umgangen. Nach und nach haben wir verschiedene Ausblicke auf die viel engere Calanque de Morgiou unten links.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Weg östlich des Carrefour

Weiter vorne sieht man nach einiger Zeit auch bis auf das Cap Canaille zwischen Cassis und La Ciotat. Ganz vorne erkennt man auch das Cap Sicié zwischen Sanary und Toulon.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Calanque de Morgiou, Cap Canaille und Cap Sicié

Wir umgehen einen Felsbereich im Norden und im folgenden Abschnitt kommen wir bei einer Föhre vorbei, welche den Brand von 2009 überlebt hat.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Föhre am Weg des Kamms von Morgiou

Bis zur Falaise du Renard bleiben wir über 200 Meter Seehöhe. Diesen Bereich erkennt man an einem quer liegenden Kamm. 2019 befand sich an der Südseite ein Holzkreuz. Man kann für eine bessere Aussicht dorthin vorgehen.

Ab hier sehen wir auch das vordere Cap Morgio in seiner Gesamtheit.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Calanque und Kap Morgiou

Hier beginnt auch der steilere Abstieg in den Sattel Col du Renard. Wir vernichten so recht schnell 120 Höhenmeter.

Der Weg führt über brüchiges Gestein und Schotter. Er ist hier auch schlecht markiert.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Abstieg zum Sattel Col du Renard

Es gibt einige Felsabschnitte, aber sie sind angenehm im Vergleich zu den chaotischen Schotterbereichen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Felsige Passage über dem Sattel Col du Renard

Abschnitt 5: Col du Renard - Grotte du Figuier

0,4 km ... 45 min 65 m 60 m anspruchsvoll

25% querfeldein, ohne Markierung

20% Wege mit Kletterpassagen, ohne Markierung

25% querfeldein, ohne Markierung

30% leichte Wege, mit Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Sattel Col du Renard, 85 m
  • Felskante, 40 m
  • Höhle Grotte du Figuier, 55 m
  • Felskante, 40 m
  • Festungsmauer Fortin de Morgiou, 90 m

Nun ist ein weitere Abstecher zu einer anderen Höhle möglich. Der Zustieg ist schwieriger zu finden, aus technischer Sicht komplizierter und ausgesetzter als bei der anderen Höhle.

Am Sattel befindet sich auch eine Wegkreuzung. Links ist unser Rückweg, hier kann man die Höhle und das ganze Kap auslassen, 1h30 einsparen und am Abschnitt 7 weitergehen. Wenn man nur die Höhle auslässt und am Hauptweg zum Kap weitergeht, erspart man sich 40 Minuten. Man geht dabei beim Abschnitt 6 weiter.

col = Sattel
crête = Kamm

Wir gehen vom Sattel zuerst in Richtung Kap. Ca. 15 Meter nach der Kreuzung zweigen wir rechts ab. Der Pfad ist kaum sichtbar und es gibt keine anderen optischen Hinweise. Wir steigen ab und wenden uns der Felskante rechts zu. Das Gelände ist ungut, zwischen den Felsblöcken gibt es tiefe Spalten, die von der kargen Vegetation verdeckt sind.

Wir suchen an der Kante einen Felsen, der wie eine Zange aussieht (Photo) und davor halten wir Ausschau nach einem Durchstieg durch die Felskante.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Abstieg zur Höhle Grotte du Figuier

Links der markante Fels

Der enge Spalt liegt zwischen zwei Felsen und leitet auf einem Pfad, der im Talhang zur Höhle führt und dabei am Ende wieder ansteigt.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Durchstieg um zur Höhle zu gelangen

Beim Abstieg über die Kante sieht man schon die Höhle vorne oben. Man sieht auch den unteren Felsrand, über welchen man vorwärts gelangen kann. Man sollte möglichst hoch oben bleiben, grossteils zwischen der Felswand rechts und dem Gebüsch links. Am Photo ist die Route eine vertikale Linie in der Bildmitte. Jedenfalls nicht in den Talboden absteigen!

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Taleinschnitt unter der Höhle

Diese Höhle ist kleiner als die vorige, der Ausblick auf das Meer ist durch die Schlucht begrenzt. Hier kommen noch weniger Wanderer her.

Direkt über der Halbhöhle liegt der Pass Col du Renard, am Bild sieht man oben eine Wanderin.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Halbhöhle Grotte du Figuier

Von der Höhle gehen wir zuerst am selben Weg zurück über die Felskante. Wir müssen im weiteren Verlauf nicht zurück zum Sattel Col du Renard hoch, wir können rechts leicht ansteigend bis zum blau markierten Weg vorgehen.

Kurz danach sind wir am Fusse der Festungsmauer Fortin de Morgiou. Durch die einzige ehemalige Öffnung gelangen wir auf den vorderen Bereich des Kaps.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Mauer Fortin de Morgiou

Abschnitt 6: Fortin et Cap Morgiou

2,1 km ... 45 min 75 m 80 m mittel

30% leichte Wege, mit wenig Markierungen

40% querfeldein, ohne Markierung

35% leichte Wege, mit wenig Markierungen

Die Anhaltspunkte

  • Mauer Fortin de Morgiou, 90 m
  • Cap Morgiou, 20 m
  • Sattel Col du Renard, 85 m

Nach der Mauer ist das Kap auffällig flach. Diese Befestigungsanlagen aus napoleonischer Zeit wurden durch Engländer zerstört. Die Ruinen bieten heute der Vegetation Schutz und das Kap ist grüner als der Rest des ganzen Kamms.

Der Weg ist eindeutig und zwischen Col du Renard und Calanque de la Triperie blau markiert.

Nach der Querung der Festungsmauer führt unser Weg über das leicht abfallende Plateau des Kaps. Hier befinden sich die einfachsten Wegabschnitte der ganzen Tour. Wenige Leute gehen hier vor obwohl man nur von ganz vorne die beiden Calanques Sormiou und Morgiou zur Gänze einsehen kann!

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Durchstieg in der Mauer Fortin de Morgiou

fortin = Festungsmauer
grande = grosse
petite = kleine
batterie = Geschützstellung
vigie = Ausguck

Der Hauptweg führt uns an den Rand der Calanque de la Triperie. Es handelt sich im einen riesigen und überschwemmten Felskessel mit senkrecht abfallenden Wänden. Hier kann man unmöglich zum Wasser gelangen. Am Westkap der Bucht (Pointe de la Voile, rechts) befinden sich die berühmten Höhlen Grottes Cosquer.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Calanque de la Triperie und Pointe de la Voile

Das südliche Kap der Bucht ist das wahrhaftige Cap de Morgiou. Man kann dorthin vorgehen, indem ein Föhrenwäldchen durchschritten wird. Dieser Teil des Kaps ist wirklich flach, endet aber unmittelbar an einer senkrecht abfallenden Kante.

Photo © mit freundlicher Genehmigung übernommen von: Alex Medwedeff

Östliche Spitze des Cap Morgiou

Man muss nicht weiter vorgehen, man sieht sehr gut in die Calanque de Sormiou, auf alle vorgelagerten Inseln und sogar bis vor zur Île Maire, die auch von Marseille sichtbar ist.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Înseln Riou, Calseraigne, Jarre, Maire und Bec de Sormiou

Vom Kap sieht man entlang der Steilküste der Calanques von Marseille bis zur Halbinsel Castelvieil (dahinter verbirgt sich die Clanque d'En Vau), über das rötlichere Cap Canaille, zu den Inseln Embiez und dem Cap Sicié.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Panorama-Aussicht vom Cap Morgiou

Von der südlichen Spitze des Cap Morgiou führt ein Pfad der Südost-Kante entlang. Achtung, einige ehemalige Befestigungsanlagen stehen in ihrem desolaten Zustand direkt an den Klippen. Man umgeht sie besser landeinwärts. Von der Grande Batterie gelangt man nach Nordosten zur Petite Batterie und weiter nach Norden zu den Resten des Ausgucks (Vigie).

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Reste der grossen Geschützstellung am Cap Morgiou

Wenn wir in den Nordwesten des Kapbereichs kommen, stolpern wir über eine gepflasterte Fläche. Hier stand der militärische Ausguck und von hier sieht man auch die Calanque de Morgiou voll ein.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Calanque de Morgiou

col = Sattel
crête = Kamm

Über einen schmalen Pfad, der nach links und Westen führt, kommen wir wieder auf den markierten Hauptweg zurück. Darauf steigen wir gemütlich wieder zur Festungsmauer an und gehen zum Sattel Col du Renard zurück.

Abschnitt 7: Col du Renard - Morgiou - Baumettes

4,2 km ... 1 h 35 min 250 m 240 m mittel

20% ausgesetzte Pfade, mit wenig Markierungen

5% ruhige Nebenstrassen, mit wenig Markierungen

5% mittelschwere Wege, mit wenig Markierungen

15% ruhige Nebenstrassen, mit wenig Markierungen

20% leichte Wege, mit wenig Markierungen

15% ruhige Nebenstrassen, mit wenig Markierungen

20% leichte Wege, mit wenig Markierungen

5% Nebenstrassen in der Stadt, ohne Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Sattel Col du Renard, 85 m
  • Morgiou, 0 m
  • Sattel Col de Morgiou, 200 m
  • Les Baumettes, 95 m

Der längste Abschnitt dieser Tour betrifft den Rückweg und er sollte nicht unterschätzt werden. Der Abstieg vom Sattel Col du Renard nach Morgiou ist schwarz markiert und weist schwierige Passagen auf, besonders weil die Beine jetzt schon müde sind. Der Anstieg zum Sattel Col de Morgiou, rot markiert, verläuft teilweise über eine asphaltierte Strasse. Die Tour ist lang und man wird hier am späten Nachmittag unterwegs sein, dann hat man im Anstieg wenigstens schon Schatten. Wenn die Sonne noch zu hoch steht, kann man den Abend in der einzigen Bar am Hafen oder am kleinen Strand abwarten.

Vom Sattel führt ein schwarz markierter Weg in den Hafen von Morgiou, diese Farbe steht hier auch für den Schwierigkeitsgrad. Es geht steil bergab, teilweise auch auf rutschigem Schotter.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Tal nördlich des Sattels Col du Renard

Grundsätzlich gehen wir an der Südseite der Calanque de Morgiou entlang. In einigen Felsabschnitten muss man auch die Hände benützen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Weg Corniche du Renard

Der Rückblick lohnt auch hier immer wieder.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Blick zurück zum Cap Morgiou

col = Sattel
plage = Strand
port = Hafen
cabanes en bois = Holzhütten

Der Hafen von Morgiou kommt bei jedem Schritt näher.

Die Felsnadel Aiguille du Sorbet (Photo) zwängt den Weg in den Steilhang zum Meer, auf dessen Höhe wird noch eine letzte felsige Passage folgen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Aiguille du Sorbet und Port de Morgiou

Nach einem anderen Felsabschnitt kommen wir unter zwei Holzhütten vorbei. Wir müssen klar darunter durch, auch wenn man meint, der Weg endet mitten im Fels. Nur ganz unten erkennt man den einzigen möglichen Durchstieg. So kommt man direkt an den Hafen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Letzter Felsabschnitt vor dem Hafen von Morgiou

Im Hafen sind wir wieder in den Zivilisation. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, die man auch kombinieren kann:

Option Bar: vom Hafen geht man gerade auf die Häuserreihe gegenüber zu. Die Nautic Bar ist im Bild an den grünen Fensterläden zu erkennen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Dorf und Hafen von Morgiou

Option Strand: den Hafen umrunden, zur Betonplattform abstiegen und von dort über Stufen auf einem rot markierten Weg in wenigen Minuten zu einem kleinen Strand.

Weg vom Hafen zum kleinen Strand

Über einen Felsriegel und weiteren Stufen kommt man zu einem kleinen Strand mit grobem Schotter.

Kleiner Strand von Morgiou

nach den Pausen ist endgültig der Rückweg anzutreten.

Die grössten Schwierigkeiten, aber auch die tollsten Abschnitte liegen hinter uns. In einem letzten Kraftakt müssen wir den letzten Sattel überwinden. Es geht 200 Höhenmeter hinauf und dies teilweise auf Asphalt.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Aussicht vom Dorf in Richtung Pass

Wir gehen auf der Strasse dem Landesinneren zu. Fünf Minuten nach einer Verzweigung der Strasse, die nach 50 Metern wieder zusammenführt, hält man nach einer roten Markierung rechts Ausschau. Hier kann man auf einen Weg parallel zur Strasse ansteigen.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Wegbeginn nördlich der Strasse

col = Sattel

Dieser Weg ist zuerst recht steil, in der zweiten Hälfte wird er flacher und angenehmer.

Die letzten Sonnenstrahlen legen sich über die Calanque de Morgiou.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Blick zurück in die Calanque de Morgiou

Unser Weg führt uns wieder auf die Asphaltstrasse, dazu gibt es hier keine Alternative. Sie ist hier zudem recht steil, umso besser ist es, wenn hier bereits Schatten herrscht.

Nach zirka 10 Minuten gibt es wieder einen Weg für uns. Diesmal ist er links zu suchen. Er schneidet eine Strassenkehre ab und quert die Strasse weiter oben. Anschliessend geht es noch etwas steiler in den Sattel Col de Morgiou hoch.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Zweiter Wegbeginn links

Über den Pass verläuft eine Forststrasse, die zugleich eine Feuerschneise ist. Wir queren diesen Kamm und gehen gegenüber zuerst leicht abwärts. Der Weg ist weiter einfach rot markiert. Es handelt sich um den historischen Zugang zur Calanque de Morgiou, der Fels ist teilweise glatt geschliffen.

Weiter unten wird das Tal etwas enger.

Photo © vom Autor der Website provence-guide.net: André M. Winter

Alter Weg vom Sattel nach Les Baumettes

Im unteren Teil breitet sich das Tal wieder auf und wir kommen über eine Sackgasse nach Les Baumettes zurück. Vorne quert die Strasse Chemin de Morgiou. Links kann man zum oberen Parkplatz zurückkehren, rechts geht es zur Endstation der Buslinie oder den Parkmöglichkeiten beim Gefängnis.

Quelle und weiterführende Info

Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: Diese Tour befindet sich auf der Karte IGN "Les Calanques, Parc National", Massstab 1:15000, 82011.

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Die Informationen zu dieser Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2019 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor, Danke!